IMPULS DER WOCHE

„Der heilige Hubertus – Patron der Jäger und Forstleute“
Haben wir am 1. und 2. November das Fest „Allerheiligen“ bzw. „Allerseelen“ gefeiert, so gedenken wir heute am 3. November des Heiligen Hubertus. Er gilt als Patron der Jäger und Forstleute und an seinem Festtag werden mancherorts auch „Hubertus-Messen“ gefeiert.
Hubertus ist das Beispiel eines Menschen, dessen Leben durch die Begegnung mit Gott neu und anders geworden ist und zugleich ist er auch ein Beispiel für jemanden, der durch die Begegnung mit dem Schöpfer einen neuen Blick für die Schöpfung bekommen hat; denn aus dem wilden, ungestümen Jäger und vielleicht sogar rücksichtlosen Zerstörer ist ein Heger und Bewahrer der Schöpfung geworden.
Geschichte und Legende vermischen sich bei vielen Heiligen bisweilen ja auf kaum entwirrbare Weise – so auch beim Hl. Hubertus:
Da gab es einst im heutigen Belgien einen Missionar namens Hubert, der am Ende des 7. Jahrhunderts in den Dörfern der Ardennen - einem ausgedehnten Waldgebiet, welches sich vom südlichen Belgien bis zur Eifel erstreckt – die Frohe Botschaft vom menschenfreundlichen Gott verkündete. Die Kunde von ihm, der auch einige Jahre als Einsiedler im Wald verbrachte, verbreitete sich unter den Menschen, sodass man ihn schließlich zum Bischof von Lüttich und Maastrich wählte. Nach seinem Tod strömten viele Pilger in großen Prozessionen immer wieder zu seinem Grab, um seiner zu gedenken und ihn zu verehren.
Die Legende machte aus diesem erfolgreichen Missionar und beliebten Bischof einen Herzogssohn, einen Ritter Hubert, der am Hof von Burgund aufwuchs und stets gerne zur Jagd ging. Insbesondere nach dem frühen Tod seiner Frau widmete er sich nur noch der Jagd - Tag und Nacht, wie ein Besessener. Der Legende nach tat er das sogar am heiligen Karfreitag im Jahr 685. Der zunächst noch ganz und gar nicht heilige Hubert erblickt an diesem Tag einen wohlgebauten Hirsch und legt seine Armbrust an. Da bleibt das Tier plötzlich stehen, dreht sich um und zwischen seinem Geweih erscheint ein strahlendes Kreuz. "Hubertus, ich erlöse dich und dennoch verfolgst du mich", ertönt eine Stimme. Daraufhin wirft Hubertus seine Waffe weg, bricht mit seinem alten Lotterleben, orientiert sich neu und wird schließlich Priester, Bischof und Heiliger. Für die Kirche wird er vor allem dadurch bedeutsam, dass er die Bittprozessionen vor Christi Himmelfahrt als Erster einführte - ein Brauch, der sich bald überall verbreitete und den wir auch heute noch kennen und pflegen.
Darüber hinaus mag der Heilige Hubertus, der übrigens auch als ein „ökumenischer Heiliger“ bezeichnet und gefeiert wird, heute für einen pfleglichen und fürsorglichen Umgang des Menschen mit der ihm anvertrauten Tier- und Pflanzenwelt, ja mit dem Wald als Ganzes, verstanden werden.
So wollen wir Gott, den Schöpfer aller Kreaturen und alles Lebendigen, am Namenstag des Hl. Hubertus danken für den uns anvertrauten Reichtum der Natur und ihn bitten:
Gott, unser Vater, gib uns die Fantasie, die Kraft und Kompetenz, um zur Erhaltung der heimischen Tier- und Pflanzenwelt und des entsprechenden Lebensraumes nachhaltig beizutragen.
Gott, unser Vater, wir bitten dich für unseren Wald, der für viele Menschen ein Ort der Erholung und Entspannung ist. Bewirke, dass sich alle Waldbesucher wie Gäste benehmen, und es uns gelingt, die Schönheit deiner Schöpfung für unsere Nachkommen zu hegen und zu pflegen.
Gott, unser Vater, gib, dass in Zeiten des Klimawandels und der Klimakatastrophen das Bewusstsein und die Verantwortungsbereitschaft in allen Menschen wachsen, mit der Natur und ihren Schätzen sorgsam und nachhaltig umzugehen.
Gott, unser Vater, lass die Menschen Freude in der Natur finden und dich als Herrn aller Geschöpfe ehren und preisen. Amen.