IMPULS DER WOCHE
„Mariä Aufnahme in den Himmel“ – oder kurz: „Maria Himmelfahrt“
Am nächsten Sonntag, den 15. August, feiert die katholische Kirche das älteste Marienfest der Christenheit: „Mariä Himmelfahrt“ oder genauer und offiziell gesagt: „Maria Aufnahme in den Himmel“.
In der Ostkirche gibt es schon sehr früh dieses Fest zu Ehren der Gottesmutter Maria und im 6. Jahrhundert wird dieser Festtag zum Staatsfeiertag im byzantinischen Reich erklärt.
Das Motiv der Aufnahme Mariens in den Himmel und ihre Krönung als „Himmelskönigin“ ist Motiv der meisten Altarbilder des Barock und vieler Deckengemälde. Der Kirchenbesucher kann sozusagen einen Blick in den Himmel werfen, das Ziel unserer irdischen Reise.
Insofern feiern wir mit dem Fest „Maria Himmelfahrt“ auch schon unsere Zukunft, den tieferen Sinn unseres Lebens: Wir kommen von Gott, und wir gehen zu Gott heim. Hierin drückt sich also immer auch ein Stück der Osterfreude aus, und somit weist dieses Fest weit über unseren Alltag hinaus.
Es ist ein Fest mit einer hoffnungsvollen, freudigen Botschaft und ein Fest, das auch mit viel Brauchtum verbunden ist, denn in vielen Regionen werden zu diesem Marienfesttag die weitverbreiteten, wundervollen und farbenfrohen Kräuterbüschel gebunden.
So kann man das Fest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel - Maria, die Mutter Jesu, wurde „nach Vollendung ihres irdischen Lebenslaufes mit Leib (!) und Seele zur himmlischen Herrlichkeit aufgenommen“ - durchaus auch als ein Fest für Körper und Seele, für Geist und Sinne bezeichnen. Damit – so könnte man sagen – liegt dieses Fest ja sogar im Trend unserer Zeit, sind heute doch viele Menschen bestrebt, „etwas für Körper und Geist zu tun“ und das Leben ganzheitlich zu gestalten.
Mit dem Fest der Himmelfahrt Mariens wird uns Christen in bildhafter Sprache verdeutlicht, wozu Mensch und Welt durch Gottes Willen berufen sind: zu einem guten, gerechten und ewigen Leben, zum Leben im Reich Gottes, normalerweise ‚Himmel’ genannt. Und dieser Himmel, dieses Reich Gottes, hat bereits hier auf Erden begonnen. An diesem Himmel dürfen und sollen wir Menschen bereits hier auf Erden mitbauen, wir sollen das Leben hier auf Erden zum Wohle aller gerecht und friedlich gestalten, zum Heil der Menschen beitragen.
In diesem Zusammenhang ist auch die Weihe der Kräuterbüschel zu sehen: auch diese Kräutersegnung ist schon über tausend Jahre alt. Die Heilkräuter versinnbildlichen das Heil, das durch den Segen Gottes in die Welt gekommen ist, und die Blumen stehen für die Freude, mit der wir Gott loben und preisen, und für die Schönheit, die er uns durch die Schöpfung schenkt.
Dankbar können wir also zu Gott beten:
Allmächtiger Gott,
du hast Himmel und Erde erschaffen.
Wir Menschen brauchen zum Leben, was die Erde hervorbringt.
Ihre Gaben und Kräfte dienen uns auch zur Heilung.
Viele ihrer Pflanzen sind uns Arznei.
Segne daher diese Kräuter und Früchte,
die wir zum Fest der Aufnahme Mariens gesammelt haben.
Heile, was krank ist.
Richte auf, was darniederliegt.
Schenke auch uns die Vollendung,
die du Maria gegeben hast.
Darum bitten wir dich
durch Jesus Christus, unsern Herrn.
Amen.
P.S. Und so sollte ein Kräuterbüschel gebunden werden:
Die Mitte bilden Rose (Maria) und Lilie (Josef). Rosmarin soll zum guten Schlaf verhelfen, Salbei zu Wohlstand, Weisheit und Erfolg. Wermut verspricht Kraft, Mut und Schutz, Minze Gesundheit. Arnika schützt gegen Feuer und Hagel. Für Glück und Liebe steht die Kamille, Getreide für das tägliche Brot. Unseren Strauß schmücken außerdem Wilde Möhre, Basilikum und Spitzwegerich.
Viele Spaß am Binden und viel Freude am Feiertag
wünscht Ihnen
Ihr Pastoralreferent Leo Klinger