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IMPULS DER WOCHE

Datum:
Veröffentlicht: 10.11.21
Von:
Stefan Lunz

„Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne …“

„Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne …“ – wer kennt dieses Lied nicht aus seinen Kindheitstagen. Um den 11. November herum finden Martinsumzüge statt, bei denen dieses Lied gesungen wird. Dabei reitet der heilige Martin auf einem Pferd voran und Kinder mit ihren Laternen folgen ihm.

– wer kennt dieses Lied nicht aus seinen Kindheitstagen. Um den 11. November herum finden Martinsumzüge statt, bei denen dieses Lied gesungen wird. Dabei reitet der heilige Martin auf einem Pferd voran und Kinder mit ihren Laternen folgen ihm.

Der heilige Martin von Tours ist der Patron vieler Pfarreikirchen.

Martin wurde um das Jahr 316 in Savaria im heutigen Ungarn geboren. Er war Sohn eines römischen Offiziers. Er selbst trat mit 15 Jahren in die römische Armee ein. Während seiner Dienstzeit als kaiserliche Leibgarde bereitete sich Martin drei Jahre auf die christliche Taufe vor. Es wird berichtet, dass Martin sich nach Kräften um gute Werke bemühte: Er stand Kranken bei, brachte Notleidenden Hilfe, gab Hungernden Nahrung, bekleidete Nackte und behielt von seinem Sold nur das zurück, was für das tägliche Leben unverzichtbar war. Martin war bei seinen Kameraden wegen seiner Hilfsbereitschaft und Bescheidenheit sehr beliebt. Im Armeedienst wurde er bereits nach kurzer Zeit zum Offizier ernannt.

334 war der achtzehnjährige Martin nördlich von Paris als Gardeoffizier stationiert. Hier wird die Legende der Mantelteilung verortet.

Eines Tages, mitten im harten Winter, begegnete Martin am Stadttor von Amiens einem armen, unbekleideten Bettler. Nur Martin blieb mit seinem Pferd stehen und verstand, dass er dem Bettler helfen muss. Er teilte seinen Mantel, woraufhin er den Spott der Kameraden erleiden musste. Auch wegen Beschädigung von Militäreigentum musste er eine Arreststrafe von 3 Tagen Haft erleiden.

Aufgrund des Traumes, in dem Jesus ihm mit dem halben Mantel erschien, beendete er den Militärdienst und trat in den Dienst Gottes ein. Er sah sich als Christ nicht dazu berechtigt, mit der Waffe zu kämpfen und Blut zu vergießen.

Er wurde Schüler des Bischofs Hilarius in Poitiers und strebte die Priesterweihe an. Nach Verfolgung und Exil kehrte er 360 nach Poitiers zurück und gründete im nahegelegenen Ligugé ein Kloster.

Als Ratgeber und Nothelfer wurde Martin schnell bekannt. Als nach zehn Jahren ein neuer Bischof von Tours gesucht wurde, war Martin der Favorit. Martin habe sich dem Drängen der Bevölkerung zu entziehen versucht. Er versteckte sich in einem Gänsestall, doch das Geschnatter der Gänse verriet ihn. So wurde Martin am 4. Juli 372 zum Bischof geweiht. Er lebte auch als Bischof in den Tugenden der Demut und Bescheidenheit. Am 8. November verstarb Martin auf einer Seelsorgereise und wurde am 11. November in Tours beigesetzt.

Für uns kann Martin zum Vorbild werden. Er hat nach den Werken der Barmherzigkeit gelebt (auch leibliche Werke genannt):

  • Hungrige speisen
  • Durstigen zu trinken geben
  • Nackte bekleiden
  • Fremde aufnehmen
  • Kranke besuchen
  • Gefangene besuchen
  • Tote begraben

Neben diesen gilt es für uns Christen in unserer heutigen Zeit die sieben geistigen Werke der Barmherzigkeit zu leben.

  • Unwissende lehren
  • Zweifelnden Rat geben
  • Betrübte trösten
  • Sünder zurechtweisen
  • Lästige geduldig ertragen
  • Beleidigern verzeihen
  • für Lebende und Tote beten

Wenn Sie am Gedenktag des Heiligen ein Martinslied singen möchten, können Sie diesen Text auf die Melodie GL 882 (Christen, singt mit frohem Herzen) legen:

  1. Heil´ger Martin, Diener Gottes,
    Schutzpatron du vieler bist.
    Schütze uns mit deiner Liebe,
    herzlich seist du uns gegrüßt.
    Du hast Gottes Will´n erfüllet.
    Hab und Gut hast du geteilt,
    Durst und Hunger auch gestillet,
    bist in Not zur Hilf´ geeilt.
  2. Deinen Mantel du einst teiltest
    mit dem Bettler in der Not.
    Manchen Kranken du auch heiltest,
    legtest Zeugnis ab für Gott.
    Deinem Vorbild nachzueifern,
    hilf uns hier in dieser Zeit.
    Auch den Armen beizustehen,
    dazu mache uns bereit.
  3. Heil´ger Martin, gingst als Bischof
    stets voran als guter Hirt.
    Die dir anvertrauten Menschen
    hast mit Liebe du geführt.
    Stehe uns auch heut´ zur Seite,
    führ´ uns durch die Erdenzeit.
    Hilf uns, dass den Weg wir finden
    hin zu Gottes Herrlichkeit.