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IMPULS DER WOCHE

Datum:
Veröffentlicht: 26.5.21
Von:
Dominik Stehl

Was macht uns Christen aus?

Was macht uns Christen aus – was treibt uns an? Mit dieser Frage hat einer meiner Professoren eine ganze Klasse angehender Theologen zum Nachdenken gebracht.

Natürlich fallen einem sofort Glaube, Heiliger Geist, Liebe oder Gebete und Zitate ein. All das stimmt auch irgendwie – aber mein Leben ist nicht irgendwie, sondern hat ganz konkrete Sorgen, Probleme und Herausforderungen, ganz konkrete Ecken und Kanten, Stärken und Schwächen, wie jedes menschliche Leben.

Es müsste also etwas sein, dass sich all dem stellen und in Höhen und Tiefen standhalten und sich behaupten kann. Es müsste stark sein, um Kraft zu geben, aber gleichzeitig nicht zu stark, um nicht unerreichbar zu sein.

Unser Professor sagte, dass uns Christen vor allem die Hoffnung ausmacht und antreibt, dass sie uns hilft, in die Zukunft zu schauen und selbst in schweren Situationen den Mut nicht zu verlieren. Außerdem sagte er: „Die Hoffnung stirbt zuletzt!“. Auf den Einwand: „Aber am Ende stirbt sie dann eben doch“ konterte der Professor, der diesen Einwand wohl erwartet hatte, ganz ruhig: „Ja“, das stimmt, aber unsere Hoffnung ist auferstanden!“

Wir dürfen hoffen, weil da ein Gott ist, der sich auch für meine persönlichen Tiefen und Abgründe und dunkelsten Seiten nicht zu fein ist. Wir Christen dürfen selbst dann noch hoffen, wenn Kreuz und Tod ein endgültiges Ende markieren.

Diese Hoffnung bleibt, selbst wenn wir nicht mit großen Wundern die Welt verändern können, weil unser Gott sich für uns klein und erreichbar macht. Er begegnet uns, von Angesicht zu Angesicht in seinem Sohn und in allen Menschen, die in seinem Namen Hoffnung schenken.

Das macht uns Christen aus, dass wir aus dieser Hoffnung leben und sie weitergeben können. Das treibt uns Christen an, durch alle Zeiten, durch alle Höhen und Tiefen hindurch. Das macht uns besonders, auch wenn am Ende für alle Menschen mit dem Tod, auch die Hoffnung zu sterben scheint – unsere Hoffnung ist auferstanden und lebt.

Trauen wir also besonders jetzt nach Pfingsten unserem Gott und vor allem dem Heiligen Geist etwas zu und geben wir der christlichen Hoffnung etwas Raum in unsrem Leben. Lassen wir uns dadurch verwandeln und antreiben.

Denn wir haben eine unendlich große und starke Hoffnung.