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IMPULS DER WOCHE

Datum:
Veröffentlicht: 8.9.21
Von:
Beate Herrmann

Das Kreuz

Das Kreuz.
Hoffnungszeichen, das Zeichen unseres Glaubens überhaupt.

Heute schaue ich mir das Kreuz, das über meiner Eingangstür hängt, etwas genauer an.
Eines, wie sie Kinder zur Erstkommunion bekommen, aus Bronze.
Nicht das einzige in meiner Wohnung,
direkt neben der Eingangstür hängt noch eines mit einem kleinen Weihwasserbehälter,
und im Flur und den Zimmern sowieso.

Und im Büro liegt eins direkt neben meinem PC, an oberster Stelle sozusagen.
Und in den Kirchen unseres Seelsorgebereiches, manche direkt über dem Altar, manche daneben stehend.

Das Kreuz.
Hoffnungszeichen, das Zeichen unseres Glaubens überhaupt.
Ohne können wir unseren Glauben nicht leben, nicht denken.
Und trotzdem, bei den Worten Jesu im Evangelium des kommenden Sonntages kann es sein, dass wir dennoch etwas schlucken müssen.
„Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“

Das Kreuz auf sich nehmen,
wenn wir ehrlich sind, ein menschliches Leben ohne irgendeine Art von Kreuz gibt es wohl nicht.
Jeder einzelne hat da sein eigenes Päckchen, sein eigenes Kreuz, seine eigene Geschichte,
Ohne Kreuz gibt es kein Leben.

Wenn ich heute aber bewusst auf das Kreuz Jesu sehe – zuhause oder sonst wo – dann mit einem anderen Gedanken:
Ohne Kreuz – ohne sein Kreuz – gibt es kein Leben!
Hoffnung in aller Zerschlagenheit,
Entlassung aus aller Knechtschaft,
Befreiung aus allen Zwängen,
Auferstehung mitten im Tod,
nur in und mit und durch das Kreuz Jesu.

Das ist das absolut andersartige unseres Glaubens.
In der Welt das Zeichen der Härte, des Todes,
ist es uns Christen ein Zeichen des Lebens.
Im Blick auf das Kreuz Jesu dürfen wir glauben,
dass all unsere Kreuze darin geborgen sind,
dass all das Harte und Belastende darin mitgetragen sind.

Hinter Jesus hergehen, wie es im Evangelium heißt, bedeutet auch, das eigene Kreuz von ihm mittragen zu lassen,
wir müssen nicht vorausgehen, wir müssen nicht immer wissen, wie damit umzugehen ist,
wir müssen nicht immer alleine eine Lösung oder einen Weg finden.

Nehmen wir das, was unser Kreuz ist und halten es in das Kreuz Jesu,
gehen wir hinterher, hinter ihm, der das Kreuz selber getragen hat und der darin das Leben aufgemacht hat für uns.