Gedanken zur Apostelgeschichte 4,32

Bibelstelle
Die Menge derer, die gläubig geworden waren, war ein Herz und eine Seele.
Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam.
Gedanken
Klingt fast zu schön um wahr zu sein, wie eine schöne Utopie.
Sollten wir uns also besser gleich wieder von dieser Idee verabschieden? Nach dem Motto "zu realitätsfern, mit tatsächlich lebenden und arbeitenden Menschen nicht realisierbar“?
Zugegeben, die Sache mit der "Gütergemeinschaft“ - Alles gehört Allen - wird wohl, abgesehen von einigen eng begrenzten Gemeinschaften wie es sie z.B. in Klöstern gibt, (noch) nicht funktionieren, 40 Jahre real existierender Sozialismus haben das gezeigt. Wir sind anscheints einfach noch nicht soweit.
Aber die Idee vom "einen Herz und einer Seele“ möchte ich nicht so einfach kampflos aufgeben. Dazu gibt es bereits zuviele Hinweise und Ansätze, die in die richtige Richtung weisen: z.B. wie wir miteinander umgehen in den Gremien (aus eigener Anschauung kann ich zwar nur aus meinen Erfahrungen in PGR bzw. Apostelrat sowie im SSB-Rat schöpfen, aber ich vermute, in den anderen Gremien wird es ähnlich respekt- und rücksichtsvoll zugehen). Oder wie wir miteinander umgehen bei Gemeinde-übergreifenden Veranstaltungen wie z.B. dem gemeinsamen Pfarrfest.
Oder auch auf den ganzen Pilgerfahrten, die Menschen aus damals noch selbstständigen und somit auch z.T. „fremden“ Gemeinden/Pfarreien zusammen geführt haben. Als Fremde sind sie damals gestartet und als Gemeinschaft zurückgekehrt.
Ich glaube, dass wir diese Idee vom “einen Herz und einer Seele“ als so eine Art "Polarstern“ auffassen können: niemand wird erwarten, dass wir ihn schon dieses oder nächstes Jahr erreichen werden, aber wir können uns an ihm orientieren.
Ich glaube dass wir bezüglich der Idee vom "einen Herzen und einer Seele“ auf einem guten Weg sind und hoffe, dass wir uns auf diesem Weg weiterentwickeln können. Gleichzeitig hoffe ich aber auch, dass wenn in den nächsten Jahren auch unbequeme Entscheidungen getroffen (und umgesetzt) werden müssen, wir uns dann nicht wieder von Diesem abbringen lassen.
von
Ulrich Hirschberger, 66, Zu den Hl.Aposteln