Gedanken zum Sonntag
Lukas 13, 6–9
Jesus erzählte dieses Gleichnis:
Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum gepflanzt;
und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine.
Da sagte er zu seinem Winzer:
Siehe, jetzt komme ich schon drei Jahre
und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt,
und finde nichts. Hau ihn um!
Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen?
Der Winzer erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen;
ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen.
Vielleicht trägt er in Zukunft Früchte;
wenn nicht, dann lass ihn umhauen!
(Lk 13, 6–9)
Bei strahlendem Sonnenschein hat die Gartensaison begonnen. Ich habe nur so gestaunt, wer alles mit Spaten und Dünger in die Beete kam. Das Evangelium nimmt diesen Gedanken vom Düngen auf. Es muss etwas von außen dazu kommen, damit es gute Früchte gibt.
Was ist der Dünger für unser Leben? Was gibt uns Kraft? Denn es gibt genügend, was auszehrt, wie es im Evangelium heißt.
Ich begegne im Moment immer mehr Menschen, die sagen: Ich habe mich aus den Nachrichten ausgeklinkt. Die Kriegsberichte, die Debatten über die Corona-Maßnahmen, Klimawandel … Das zehrt mich aus. Einer sagte: Ich gehe jetzt lieber eine Stunde raus, die Sonne genießen. Damit hat er in meinen Augen schon eine Antwort auf die Frage gegeben, was unser Dünger sein kann: Das Gute zu sehen, es aufnehmen. Denn wer Gutes in sich trägt, kann es auch weitergeben.
Ich freue mich gerade über alle, die den Menschen aus der Ukraine helfen wollen. Da gibt es einen, der einen Transporter hat und Hilfsgüter bringt und einen, der eine Wohnung hat und sie zur Verfügung stellt. Da wachsen die Früchte schon im März. Da wächst Miteinander, das trägt. Ich glaube, dass Gemeinschaft sogar der beste Dünger für die Seele ist. Sie überwindet so viel und schafft so viel. Das wissen alle, die sich schon hoffnungsvoll zu einem gemeinsamen Ziel aufgemacht haben. Gemeinsam überwinden wir Rückschläge. Gemeinsam schaffen wir Dinge in einer Leichtigkeit, die himmlisch ist.
Einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünscht
Marcel Jungbauer