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Gedanken zum Sonntag

Datum:
Veröffentlicht: 12.3.22
Von:
Stefan Lunz

Lukas 9,28b-36

Das Ereignis im Evangelium dieses Sonntags geschieht auf dem Berg Tabor. Er ist 588 Meter hoch und liegt am Rand der Jesreelebene in Galiläa, etwa 20 km westlich vom See Genesareth.

In jener Zeit
nahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus mit sich und stieg auf einen Berg, um zu beten.
Und während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes und sein Gewand wurde leuchtend weiß.
Und siehe, es redeten zwei Männer mit ihm.

Es waren Mose und Elíja;
sie erschienen in Herrlichkeit und sprachen von seinem Ende, das er in Jerusalem erfüllen sollte.
Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen, wurden jedoch wach und sahen Jesus in strahlendem Licht und die zwei Männer, die bei ihm standen.

Und es geschah:
Als diese sich von ihm trennen wollten, sagte Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind.
Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elíja.
Er wusste aber nicht, was er sagte.
Während er noch redete, kam eine Wolke und überschattete sie.
Sie aber fürchteten sich, als sie in die Wolke hineingerieten.

Da erscholl eine Stimme aus der Wolke:
Dieser ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.
Während die Stimme erscholl, fanden sie Jesus allein.
Und sie schwiegen und erzählten in jenen Tagen niemandem von dem, was sie gesehen hatten.
(Lk 9,28b-36)

Das Ereignis im Evangelium dieses Sonntags geschieht auf dem Berg Tabor. Er ist 588 Meter hoch und liegt am Rand der Jesreelebene in Galiläa, etwa 20 km westlich vom See Genesareth.

Im Gotteslob (Nr. 363) steht ein Lied, das die biblische Szene von der Verklärung Jesu wiedererklingen und nachklingen lässt. Der Text des Liedes stammt von dem Pfarrer Peter Gerloff (*1957).
In „Herr, nimm auch uns zum Tabor mit“ holt Peter Gerloff das Erlebnis von Tabor in unser Leben herein, das ja sowohl

  • die Hoch-Zeiten und Glücks-Momente einerseits aber auch
  • den Alltag mit seinen Pflichten und Sorgen andererseits

kennt.

Auch unser Glaube kennt „Tabor-Erfahrungen“.
Da kann uns plötzlich aufgehen, wer Jesus für uns ist. Wir sehen durch ihn manches in einem neuen Licht, blicken durch, haben Orientierung und fühlen uns getragen und geborgen.
Dann gibt es aber auch Zeiten des ganz nüchternen Alltags; Zeiten, wo wir ganz unspektakulär unsere Aufgaben zu bewältigen versuchen, oft mehr mit Müh und Not als mit Lust und Freude.

Die erste Strophe ist an Jesus Christus, den Herrn, gerichtet und als Bitte formuliert. Wie die Apostel, die allerdings im Lied nicht erwähnt werden, möge der Herr auch uns mit auf den Berg nehmen und uns seine Herrlichkeit, seine Klarheit und seine Ausstrahlung sehen lassen.

Die zweite Strophe verstärkt diese Bitte. Auch uns soll Jesu Herrlichkeit leuchten. Es möge uns aufgehen, wer Jesus wirklich ist: der Herr in unserem Leben. Dazu die Bitte, dass ER uns bereit mache für das Reich Gottes, „wo alle Mühen münden“.

Die dritte Strophe bittet darum, dass Jesus wieder mit uns vom Berg ins Tal hinabsteige, zurück in den Alltag mit seinen Pflichten und Sorgen. Dazu die Bitte, dass ER uns begleite, dass er uns „Weg und Wanderstab“ sei „durchs Kreuz zum Ostermorgen“.

Im Zentrum des Liedes steht das wichtigste Wort der Botschaft Jesu: „Das Gottes Reich“. Dafür hat er gelebt und dafür ist er gestorben. Und seine Auferstehung ist nichts anderes als die Heimkehr in das Reich Gottes.
Nicht im Lied aufgeführt sind die Betroffenheit und das Erstaunen der Jünger.
Viel wichtiger ist, dass bei der Verklärung eine erste Ahnung von der Herrlichkeit des Herrn aufscheint, ein Stück vorweggenommene Osterherrlichkeit.
„Herr, nimm auch uns zum Tabor mit“ – ein Lied, das uns zum Höhepunkt unseres Glaubens führen will, zum Bekenntnis:

Jesus Christus ist der Herr, der Sohn Gottes.

Ein Lied das uns einlädt mit Christus als Begleiter den Alltag unseres Lebens zu bestreiten.
Und wir können gewiss sein, dass er bei uns ist alle Tage und alle Wege mit uns geht.