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Gedanken zum Pfingstfest

Osterkerze 2017
Datum:
Veröffentlicht: 4.6.17
Von:
Pastoralreferent Leo Klinger

Was verbinden Sie mit den bevorstehenden Pfingstferien?

Was verbinden die meisten Erlanger/innen mit den bevorstehenden Pfingstferien?
a) die „Bergkirchweih“
b) eine gute Gelegenheit Urlaub zu machen
c) eines der drei christlichen Hochfeste.

Liebe Christinnen und Christen,

nachdem Quizsendungen mit Alt und Jung, mit Prominenten und Experten, aber auch mit „Normalbürgern“ im Fernsehen derzeit wohl sehr beliebt sind, möchte ich meinen Beitrag auch mal mit einer Quizfrage an Sie beginnen:

Was verbinden die meisten Erlanger/innen mit den bevorstehenden Pfingstferien?

a) Die „Bergkirchweih“, die jährlich Menschen aus Nah und Fern anlockt und zum Feiern auf den Kellern einlädt.

b) Eine gute Gelegenheit, günstig und prima in der Vorsaison Urlaub zu machen bei schon angenehmen, aber noch nicht zu heißen Temperaturen.

c) Eines der drei christlichen Hochfeste, genauer das Fest des Heiligen Geistes.

Nachdem es darüber jedoch (zumindest bislang) keine offiziellen statistischen Untersuchungen gibt, kann ich leider nicht sagen, ob a), b) oder c) hier die richtige Antwort ist. Vielleicht verbindet manche/r ja auch alle drei Antworten miteinander und versucht das eine mit dem anderen unter einen Hut zu bringen: als Christ das Pfingstfest in der Kirche mit zu feiern und danach auf den „Berg“ zu gehen oder in Urlaub zu fahren und am Pfingstfest dort dann die Kirche zu besuchen und für das Wirken des Heiligen Geistes zu danken und zu beten.

Denn an Pfingsten erinnern wir Christen uns an das Wirken des Geistes Gottes, der die Jünger, die Freunde und Freundinnen von Jesus, vor 2000 Jahren ermutigt hat, nach dem Tode Jesu nicht aufzugeben, sondern an die frohe Botschaft Jesu zu glauben und sie weiter zu  tragen; weiter zu tragen zu den Menschen in ihrer Umgebung und bald auch darüber hinaus. Somit feiern wir an Pfingsten auch den Anfang, den Geburtstag der Kirche.

Wenn katholische und evangelische Christen also an Pfingsten sich ihrer gemeinsamen Wurzeln erinnern, wenn sie mehr an das gemeinsame und Verbindende als an das Trennende denken, dann geschieht zugleich sehr Viel und Wichtiges für die Ökumene, die wir ja in diesem „Luther-Jubiläumsjahr“ besonders im Blick haben.

Und wie der Geist Gottes damals wirkte, so wirkt er – und darauf vertraue und hoffe ich ganz fest - auch heute: in der Kirche und auch in der Welt!

Freilich hat es aufgrund so mancher terroristischer Greueltaten, so mancher kriegerischer Auseinandersetzungen, so mancher Ungerechtigkeiten, Diskriminierungen und Konflikte oftmals eher den Anschein, als würde in unserer Welt vielmehr der Ungeist des Bösen und der Gewalt, des Hasses, der Ablehnung und des puren Egoismus regieren.

Dennoch und trotz allem dürfen wir auf den Heiligen Geist, auf den Geist Gottes vertrauen, auf einen guten Geist unter den Menschen, der den Menschen, die sich wie die Jünger nach dem Tode Jesu aus Angst hinter verschlossenen Türen versammeln, neuen Mut macht – den Mut, aus dem eigenen geschützten und gesicherten (Binnen-)Bereich „hinauszugehen in die Welt“ und dort die Frohe Botschaft zu verkünden und zu leben; den Mut, den Mund aufzumachen und nicht zu schweigen gegenüber menschenverachtenden Parolen oder Taten; den Mut, Schritte der Versöhnung hin zu einem friedlicheren, achtsamen Miteinander zu gehen.

Ja, der Geist Gottes will uns auch heute die Angst nehmen und Mut machen, er will Trost spenden und Hoffnung schenken, er will ein guter Ratgeber sein und uns im Glauben stark machen. Und dies alles an vielen kleinen Orten, vor der eigenen Haustür und in der Nachbarschaft, in unserer Stadt und im ganzen Land, ja in aller Welt!

Der Geist Gottes führt so viele und verschiedene Menschen zusammen: Menschen verschiedener Sprachen, Rassen und Religionen, und natürlich auch – und daran wollen wir in diesem Jahr besonders denken – Menschen verschiedener Konfessionen. Dieses wollen wir heuer auch ganz bewusst innerhalb unseres Seelsorgebereichs und gemeinsam mit unseren evangelischen Schwestern und Brüdern in einem ökumenischen Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche am Pfingstmontag feiern, wenn sich Christen aus der Xystus- und der Apostelkirche und auch aus St. Heinrich sowie aus der Johannesgemeinde und der Martin-Luther-Kirche miteinander versammeln und gemeinsam zum dreieinen Gott beten, zum Vater, Sohn und Heiligen Geist.

Vielleicht sind Sie da ja dann auch mit dabei und geben somit Ihr persönliches Votum für Antwort c) ab.

Ein ermutigendes Pfingstfest wünscht Ihnen allen
Ihr Pastoralreferent Leo Klinger