Gedanken zum 2. Brief des Paulus an Timotheus 4,1-5

Morgen gedenkt die Kirche des heiligen Petrus Damiani, des Mönchs, Bischofs und Kirchenlehrers. Im Messformular des Gedenktages finde ich eine Lesung aus dem 2. Brief des Apostels Paulus Timotheus (2 Tim 4, 1-5).
Paulus sagt seinem Reisebegleiter:
Bibelstelle
Ich ermahne dich nachdrücklich vor Gott und vor Jesus Christus, der alle Menschen richten wird, die Lebenden und die Toten! Ich beschwöre dich, so gewiss Christus erscheinen und seine Herrschaft aufrichten wird:
Verkünde den Menschen die Botschaft Gottes, gleichgültig, ob es ihnen passt oder nicht! Rede ihnen ins Gewissen, weise sie zurecht und ermutige sie! Werde nicht müde, ihnen den rechten Weg zu zeigen!
Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre unerträglich finden und sich Lehrer nach ihrem Geschmack aussuchen, die sagen, was ihren Ohren schmeichelt.
Sie werden nicht mehr auf die Wahrheit hören, sondern sich seltsamen Mythen zuwenden.
Du aber musst in jeder Hinsicht ein klares Urteil behalten. Mach dir nichts daraus, wenn du dafür leiden musst. Erfülle deinen Auftrag als Verkünder der Frohen Botschaft; tu deinen Dienst mit ganzer Hingabe.
Gedanken
Was da Paulus dem Timotheus sagt - und auch mir -, das klingt für mich prophetisch gerade in unsere Gegenwart hinein.
Stellen nicht viele ihre eigene Meinung als absolute Wahrheit hin?
Gar manche erdreisten sich sogar, offenkundige Lügen für wahr zu verkaufen.
Wie kann ich eine Täuschung von der Wahrheit unterscheiten?
Wie weit entspricht meine Anschauung der Wahrheit?
Die Botschaft Jesu stellt mir hier eine Richtschnur, eine Wasserwaage zur Verfügung.
Wie ich dort auf die kleine Luftblase in der Libelle achte, so schaue ich in der Frage nach Wahrheit auf die Liebe: wenn diese im Zentrum steht, ist alles in der Waage; wenn sie am Rand schon gar nicht mehr zu sehen ist, dann läuft etwas schief.
von
Ludwig Bär, St. Xystus