Gedanken zum 1. Brief an die Korinther 13

Bibelstelle
Jetzt aber bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe, das Größte aber unter ihnen ist die Liebe.
Gedanken
Diese Bibelstelle begleitet mich nun schon seit 40 Jahren. Der Pfarrer, der uns damals getraut hat, gab sie uns mit auf den gemeinsamen Lebensweg.
Seitdem haben diese Worte eine Bedeutung für mein Leben. Immer wieder kamen sie mir in den Sinn und gaben mir zu denken, in guten und manchmal auch schwierigen Zeiten.
Warum ist die Liebe größer als die Hoffnung? „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ heißt es doch. Aber Hoffnung macht nicht unbedingt glücklich – die Liebe schon, nämlich den, der sie gibt und den, der sie empfängt.
Sind wir Menschen unfähig zu lieben? Die Erkenntnis des Paulus ist schon Jahrhunderte alt und schriftlich festgehalten. Hat das die Menschen in irgendeiner Weise zum Besseren verändert?
Paulus beschreibt die perfekte, die göttliche Liebe im „Hohelied der Liebe“. Nach ihr sehnen wir Menschen uns so sehr in unserer Welt, in der wir Ungerechtigkeit, Machtlosigkeit, Angst und Leid erfahren…
Paulus zählt auf, wozu Liebe fähig ist. Auch wenn ich diese „perfekte“ Art zu lieben nicht erreichen werde, ist es doch für mich erstrebenswert, mich darin jeden Tag zu üben, so dass es zu einer Grundhaltung Gott und den Menschen gegenüber wird.
Heute ist Frühlingsanfang. Die Natur erwacht zu neuem Leben. Das stimmt mich hoffnungsvoll.
Und es ist ein neuer Tag, mich in der Liebe zu üben.
von
Birgit Wahl, Zu den Hl. Aposteln