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Gedanken von unserem Pfarrer Jungbauer aufgrund der aktuellen Situation

Kerze aus gemeinsamen Gottesdienst
Datum:
Veröffentlicht: 6.2.22
Von:
Marcel Jungbauer

Pfarrer Jungbauer spricht klare Worte aus

In unserem gemeinsamen Gottesdienst vom 30.01.2022 geht unser Pfarrer Marcel Jungbauer auf die aktuelle Situation ein und scheut auch nicht klare Worte zu sprechen.

Der Missbrauchsskandal bedrückt uns Hauptamtliche ebenso, wie viele Gemeindemitglieder. Vor allen Entschuldigungen, vor allen Betroffenheitsbekundungen, muss für mich eines stehen, den Opfern zu sagen: Ihr seid im Recht. Alle, die abgewiegelt oder verborgen haben, sind im Unrecht. Und es darf nicht bei Worten bleiben. Ich bin froh, dass es auch Taten gibt in unserer Diözese.

  • Täter, ob Pfarrer, Dekan oder Domkapitular, die nach staatlichem oder kirchlichem Recht verurteilt wurden, hat unser Erzbischof aus dem Dienst entlassen.
  • Es wurden unabhängige Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Opfer benannt. ( https://information.erzbistum-bamberg.de/sexueller-missbrauch/kontakt-001)
  • Es wird (das heilt nicht, aber es hilft) Entschädigung gezahlt aus einem Fonds, der nicht aus Kirchensteuermitteln gespeist wird.
  • Es gibt zudem für alle unsere Einrichtungen Präventionsordnungen. Hier können wir alle beitragen, um solche Taten in Zukunft zu verhindern. Das beginnt auch schon ganz klein, in der Sakristei: Einem Ministranten nicht einfach das Gewand gerade zu ziehen, sondern zu fragen: „Darf ich dir helfen?“ Es ihn entscheiden zu lassen und so die Würde des anderen zu achten. Ich denken, das hätten sich die Opfer gewünscht.

Ein Neuanfang gelingt, wenn wir die Würde jedes Menschen achten. Denn, das ist unsere Botschaft, für die es sich lohnt, in der Gemeinschaft der Glaubenden, der Kirche zu sein. Unsere Botschaft: Wir alle sind Abbild Gottes. Dazu gehört auch die Würde der Wiederverheirateten-Geschiedenen. Die Würde der Frauen, die sich zu einem Dienst in der Kirche berufen fühlen. Die Würde aller, deren Lebensentwurf oder sexuelle Orientierung nicht zur Norm gehören. Nicht irgendwer, wir haben es in der Hand, dass unsere Kirche bunt ist und Farbe ins Leben bringt. Es ist wichtig, den Opfern Recht zu geben. Daneben ist aber auch wichtig, die nicht zu vergessen, die keine Täter sind, sondern die frohe Botschaft in ihrem Leben zeigen. Danke sage ich darum allen, die in dieser Zeit der Kirche nicht aufgeben, sondern an Reformen mitwirken, damit Unrecht gesühnt wird, Wunden heilen und die gute Nachricht Jesu weitergesagt werden kann.

Marcel Jungbauer, Leitender Pfarrer