Gebetswoche für die Einheit der Christen

Ökumenischer Gottesdienst
Obwohl die Gebetswoche für die Einheit der Christen bereits 1908 zum ersten Mal gefeiert wurde, so hat es doch einige Jahre gedauert, bis sie nun auch im Jahr 2014 bei uns in Bubenreuth angekommen ist. Es ist für uns in Bubenreuth eine Erfolgsstory geworden, denn die Kirche Maria Heimsuchung war voller Christen!
Quasi als „Gastgeber‟ begrüßte Herr Polster die vielen Anwesenden mit einigen einleitenden Informationen. Er sei hier zunächst zitiert:
„Ist denn Christus zerteilt?“ Das Motto der diesjährigen Gebetswoche stammt aus dem 1. Korintherbrief...
Im Korintherbrief ermahnt Paulus die unterschiedlichen Gruppierungen und Strömungen, die sich damals in den Gemeinden herausbildeten.
Er betont, dass wir uns auf Christus als das eine Fundament besinnen sollen und Christus eben nicht zerteilt ist.
Seit 1968 wird die Gebetswoche für die Einheit der Christen gemeinsam vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen und dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) verantwortet. Der ÖRK und die römisch-katholische Kirche arbeiten bei der Vorbereitung der Gebetswoche zusammen.
Die Idee, diese Woche auch bei uns [in Bubenreuth] zu begehen, entstand im Rahmen einer der regelmäßig stattfindenden gemeinsamen Sitzungen des evangelischen Kirchenvorstandes mit dem katholischen Pfarrgemeinderat.
Dieser gemeinsame Gottesdienst soll ein weiteres Zeichen eines guten ökumenischen Miteinanders bei uns in Bubenreuth sein.‟
Ich will hier nicht den Gottesdienstablauf schildern, sondern hervorheben, was mich bewegte: Da war zunächst einmal die vielfältige Musik einschließlich einer Welturaufführung: Die Schola und der LukasChor sangen als gemeinsamer Chor wirklich wunderschön, und auch bei den Chormitgliedern selbst besteht der Wunsch, dieses gemeinsame Singen zu wiederholen.
Die Gemeinde selbst hatte genug zu singen – aus dem selbstgedruckten Gesangbuch der katholischen Gemeinde, Lieder, die aber auch in der Lukasgemeinde gesungen werden. Zum Glück auch dort, denn so konnte ich wenigstens manche Lieder auswendig mitsingen: Wegen der vielen Gottesdienstbesucher hatte ich kein Büchlein mehr ergattert.
Zwischendurch sangen und musizierten immer wieder die ‚Los Cravallos‘, die ihren Namen eindeutig zu Unrecht tragen, denn was sie der Gemeinde an Musik bieten, bewegt sich auf sehr hohem künstlerischen Niveau und ist ganz sicher kein Krawall.
Je zwei Vertreter der evangelischen und der katholischen Gemeinde dachten darüber nach, wie sie Vor- und Nachteile der Konfessionen ganz privat erleben. Ich habe das als sehr intime Bekenntnisse erlebt, behutsam formuliert und nachdenklich stimmend.
Die Fürbitten bezogen sich selbstverständlich auf die Einheit aller Christen, und für mich, der ich zwei Fürbitten vorlesen durfte, war es aus Überzeugung gelesen.
In meinem Kopf allerdings bewegte mich auch der Gedanke: „Ob wir sie jemals wirklich schaffen – die Einheit?‟ Vermutlich bin ich da viel zu kleingläubig, denn ich muss nur knappe 60 Jahre zurückschauen, um aus eigener Lebenserfahrung zu erkennen, welch unglaublich weite Strecke wir bereits auf dem Weg zur Einheit zurückgelegt haben – und letzten Endes wird uns Christus den richtigen Weg weisen, denke ich.
Nach dem Gottesdienst waren alle Gottesdienstbesucher in den Pfarrsaal eingeladen, um miteinander den Abend ausklingen zu lassen. Schöner konnte der Abend kaum enden, denn hier wurden unzählige Gespräche geführt, zwischen katholischen und evangelischen Menschen, die sich einfach noch einmal froh und fröhlich über das austauschen wollten, was sie eben erlebt hatten.
Pfarrvikar Kurasserry brachte es im Gespräch mit mir auf den Punkt:
„Es war sehr schön!‟



