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Fastenzeit

Datum:
Veröffentlicht: 20.2.08
Von:
Ewald Sauer

Gedanken unseres Pfarrers

Fastenzeit – das ist eine intensive Zeit des Gebetes und des Gottesdienstes.

Doch viele klagen, wenn sie über Gebet und Gottesdienst sprechen; sie verweisen auf „die Anderen“ die nicht beten und keinen Gottesdienst besuchen. Schließlich gehen rund 85% unserer Gemeindeangehörigen nicht in die Kirche.
Doch ist dies ein Grund, die Fastenzeit weniger intensiv zu leben?

Vor Jahrzehnten war es noch Brauch, dass während der Wandlung die Kirchenglocken geläutet wurden. Die, die Draußen waren sollten dadurch nicht nur über den Höhepunkt des Gottesdienstes informiert werden, sie sollten vielmehr in den Vollzug der feiernden Gemeinde mit einbezogen sein.

In einer Zeit, in der Religion zur Privatsache degradiert wurde, ist der Gedanke völlig verloren gegangen, dass andere unsere Fürbitte, unser Gebet, unsere Feier der Eucharistie brauchen, weil sie selbst keinen Bezug dazu finden können.
Als sonntäglich zur Eucharistie um den Herrn versammelte Gemeinde, als betende Christen, sind wir nicht berufen, unser eigenes Seelengärtlein zu pflegen, sondern vielmehr dazu bestellt, für die vielen zu beten, die nicht kommen, weil sie keine Zeit haben, oder kein Interesse, weil sie nicht wollen, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben und ihnen die Liturgie fremd ist.

Fastenzeit – das ist intensive Zeit des Gebetes und des Gottesdienstes.

Es ist eine große Aufgabe, die jedem von uns zufällt, für unsere Mitmenschen vor Gott zu stehen. Gott beruft uns, für die zu beten, die es nicht können, die aber dankbar sind, dass jemand an sie denkt und ihre Anliegen, ihre Sorgen, ihr Scheitern und ihre Hoffnungen vor Gott trägt.

So wünsche ich Ihnen in dieser Fastenzeit eine intensive Zeit für Gott, im Dienste am Nächsten.

Ihr Pfarrer
Ewald Sauer