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Erzbischof Schick: „Christen dürfen bei Pegida nicht mitmachen“

Erzbischof Ludwig Schick
Datum:
Veröffentlicht: 20.12.14
Von:
Homepage der Erzdiözese

„Unser Problem ist, dass das Christentum schwächer wird und nicht, dass der Islam stärker wird“

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick lehnt die Pegida-Bewegung und ihre Aktionen „ohne Wenn und Aber“ ab. Er sagte am Donnerstagabend in einer Predigt in Drügendorf: „Pegida-Aktivisten verbreiten Rassenhass und schüren irrationale Ängste unter den Menschen, sie sind ein Sammelbecken von diffusen Aggressionen gegen Menschen anderer Kulturen und Religionen.“ Er fügte hinzu: „Dazu müssen wir die Werte des Christentums hochhalten, das Humanismus, Gleichheit in Würde und Rechten, Gerechtigkeit und Friede predigt.“ Das geschehe „nicht mit Demonstrationen, sondern durch engagierte und glaubwürdige Christen, die sich dem Dialog der Wahrheit und Liebe mit anders Denkenden stellten“, so der Erzbischof. Er betonte: „Christen dürfen bei Pegida nicht mitmachen.“

So wie gläubige Muslime ihre religiösen Verpflichtungen zu Gebet, Fasten und Spenden ernst nehmen, sollten auch Christen sich an ihre Gebote halten. „Unser Problem ist, dass das Christentum schwächer wird und nicht, dass der Islam stärker wird“, betonte Schick. Wir Christen sind verpflichtet, dass das Gute das Böse überwindet, und wir vertrauen auf die Kraft der Argumente und das Zeugnis des Lebens. Wenn sich das Christentum zurückziehe, entstehe ein Vakuum, das von Aberglaube oder religiös verbrämten Radikalen aufgefüllt werde.

In Deutschland lebten viele Christen derzeit nicht in einer Situation von Advent und Weihnachten, also der Erwartung der Ankunft und der Menschwerdung Gottes, sondern eher des Abschiednehmens, des Sterbens Gottes im Glauben und Leben. „Wenn wir Weihnachten feiern als Nostalgie, mit gutem Essen und Trinken und dabei den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, tragen wir zum Sterben des christlichen Glaubens bei. Wir müssen die Ankunft Gottes neu herbeiflehen und uns bereit machen, dass Gott in unserer Welt und in unseren Herzen wieder ankommt.“ Dann könne sich unsere Gesellschaft wieder wandeln in eine christliche, in der es menschenwürdig zugeht und in der alle in Gerechtigkeit und Frieden leben können, in der es keine Radikalisierungen, Unmenschlichkeit und Ängste gibt.