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Eine andere Kultur nahe bringen

Indischer Abend
Datum:
Veröffentlicht: 14.9.14
Von:
Heinz Reiß

Pfarrgemeinde Maria Heimsuchung lud zum indischen Abend ein

Im Rahmen des 50 jährigen Jubiläums der Bubenreuther Pfarrei Maria Heimsuchung lud die Pfarrgemeinde zu einem indischen Abend ein. Mit Monsignore Dr. Mathew Kiliroor und Pfarrer Jacob Kurasserry hat die katholische Gemeinde Bubenreuth zwei Inder als Seelsorger. Beide haben an diesem Tag ihre Kirche, die syro-malabarische Kirche der Thomas-Christen, eine von den 22 orientalischen Kirchen, vorgestellt.

Zu Beginn wurde ein indischer Festgottesdienst, nach syro-malabarischem Ritus gefeiert. Die Wurzeln dieser Kirche gehen auf den Apostel Thomas zurück, der von 52 bis 60 n. Chr. die südwestindische Küste (heutiger Bundesstaat Kerala - damals Malabar) bereiste und den Bewohnern dort das Evangelium verkündete. Noch heute nennen sich die dortigen Christen nach dem 1. Missionar Indiens, dem Hl. Thomas, „Thomas-Christen". Den Festgottesdienst gestalteten sieben indische Geistliche welche hier in der Umgebung als Pfarrer tätig sind. Pfarrer Roy Erupathinalil (Langensendelbach), Kaplan Joseph Kollathuparampil (Höchstadt an der Aisch), Pfarrvikar Jacob Kurasserry (Bubenreuth), Msgr. Dr. Mathew Kiliroor (Pfarrer, Bubenreuth und Baiersdorf), Pfarrvikar Cyriac Chittookalam (Buchbach), Pfarrvikar Thomas Karukayil (Eckersdorf bei Bayreuth) und Pfarrer Martin Nainaparampil (Schwürbitz). Musikalisch wurde er mit vielen Liedern in ihrer Landessprache von den indischen Schwestern des Waldkrankenhauses und vom Bubenreuther Caritasheim umrahmt. Die Gläubigen wurden durch indische Gebete in deutscher Sprache im Wechsel mit in den Gottesdienst einbezogen. Ein Vergleich zwischen dem römischen Ritus einer Messfeier und dem syro-malabarischem Ritus ist im Grunde nicht möglich und auch nicht angebracht. Es sind vielmehr die inneren Empfindungen die zählen und das kam bei den Gläubigen an, das Innere mitschwingen in der feierlichen Atmosphäre war intensiv spürbar. Gefeiert wurde eine Messe von Mar Maari und Mar Addai in einer alt-ehrwürdigen Liturgie. Bubenreuths Pfarrvikar Jacob Kurasserry erläuterte, dass diese Messe bis 1962 in der Sprache Jesu gefeiert wurde, erst nach dem Konzil wird sie in der Landessprache zelebriert. Die Lieder wurden von den Schwestern in „Malayalam“ ihrer Heimatsprache gesungen. Die gesamte Eucharistiefeier, so erklärt es Kurassery weiter, ist eine ständige Darbringung von Lob, Ruhm, Ehre, Dank und Anbetung an den dreieinigen Gott und erinnert an das Leben, das Leiden, den Tod, das Begräbnis, die Auferstehung, die Himmelfahrt und die Wiederkunft Christi. Seine Auferstehung und Wiederkunft werden stärker betont und daher ist die Körperhaltung eher Stehend als Sitzend oder Kniend. Wie in jeder orientalischen Kirche, wird der Mysteriumsaspekt in der syro-malabarischen Kirche besonders unterstrichen, Wiederholungen sind selbstverständlich in dieser Liturgie. Der Teil des Wortgottesdienst wird vom „Bemma“ – Altar des Wortes – gefeiert. Dieser Teil enthält mehr katechetische und didaktische Elemente. Deshalb wird er zum Volk zugewandt gefeiert. Wenn es um die Darbringung des Opfers geht, drehen sich die Priester zum Altar (gewöhnlich nach Osten gerichtet).Die theologische Erklärung dieses zum Altar- Gewandseins ist Folgende: In der Eucharistiefeier - Darbringung des Opfers -, bringt der Priester zusammen mit den Gläubigen als eine betende Gemeinde das Opfer dar. Er ist zwar Haupt der Gemeinde. Die Gebetrichtung des Hauptes ist die Gleiche, wie die der Gemeinde. Die Worte der Wandlung werden mit dem lauten „Amen“ der Gemeinde bestätigt. Die Erhebung des Allerheiligsten geschieht nicht gleich nach der Wandlung, sondern erst später. Die Ministranten annoncieren die wichtigen Teile der Feier und mahnen die Gemeinde um entsprechende Haltung.

Seine Predigt widmete Msgr. Dr. Mathew Kiliroor dem in eine Lotusblüte gesteckten Thomaskreuz. Wenn Pfarrvikar Jacob Kurasserry in seiner Muttersprache spricht und singt, die ihm vertrauten Gebete spricht, wird klar wo seine Wurzeln liegen. Hier in Deutschland hat er sich sehr gut angepasst, er spricht ein akzentfreies Deutsch und zelebriert Tag für Tag die Messe nach römisch katholischen Ritus. „Es war schön wieder einmal ein Stück Heimat zu spüren", sagte Kurasserry zum Abschluss.

Bereits am Nachmittag roch man den Duft von Curry, Zitronengras, Ingwer und Tamarinde, denn unter der Regie von Msgr. Dr. Mathew Kiliroor kochten die Schwester für die Gottesdienstbesucher ein indisches Reisgericht. Auch der Tanz hat in Indien einen religiösen Ursprung. In der Hindu-Mythologie ist der Tanz eine heilige Handlung und aus diesem Grund führten zum Abschluss drei indische Tänzerinnen einen Tempeltanz vor.