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Eine Kerze für die Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch

Kerze
Datum:
Veröffentlicht: 8.2.22
Von:
Leo Klinger

Gedanken von Pastoralreferent Leo Klinger

Angesichts der aktuellen und bedrückenden Situation in unserer Kirche gilt es, sowohl in die Zukunft - was Veränderungen und Verbesserungen angeht - als auch in die Vergangenheit zu schauen.

Angesichts der aktuellen und bedrückenden Situation in unserer Kirche gilt es, sowohl in die Zukunft - was Veränderungen und Verbesserungen angeht - als auch in die Vergangenheit zu schauen:

  • in die Vergangenheit und damit auf all das, was jeden von uns als Christen/Christin geprägt hat, auf das, was Menschen in der Kirche und durch die Kirche als positiv erfahren haben, aber auch auf all das Negative und Schuldhafte, das Menschen mit der Kirche und kirchlichem Handeln verbinden;
  • auf das, was Menschen z.T. tief verletzt hat, was Menschen ausgegrenzt hat und immer noch ausgrenzt, und wo Menschen aufgrund von sexuellem Missbrauch in der Kirche zu Opfern und Betroffenen wurden.

„Die Opfer übersehen zu haben“ bezeichnete Kardinal Marx im Zusammenhang mit dem Münchner Missbrauchs-Gutachten in dieser Woche als seinen größten Fehler, als seine größte Schuld, wofür er um Vergebung bat.

Entschuldigung und Vergebung sind natürlich am dringendsten, aber auch am heilsamsten angebracht und möglich zwischen Tätern und Opfern direkt, zwischen den Verantwortlichen bzw. Zuständigen und den Betroffenen selbst.

Aber auch wir als Christen, als Gemeinde hier vor Ort können und wollen unseren Teil dazu beitragen, indem wir die Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch – wo immer es auch geschehen ist und geschieht – nicht aus dem Blick verlieren, und indem wir uns mit allen Menschen, die an und in ihrer Kirche - die ja auch unsere Kirche ist - leiden, solidarisch zeigen.

Aus diesem Grund und als Zeichen für mehr Achtsamkeit, Wertschätzung und Solidarität, entzünden wir eine Kerze, und wir wollen sie am Taufstein, neben der Osterkerze aufstellen, denn:

  • die Frohe Botschaft Jesu, die Botschaft von Befreiung und Erlösung, von einem gelingenden, gerechten und wahrhaften Leben gilt allen Menschen;
  • und ebenso ergeht der Aufruf, diese Botschaft in geschwisterlicher Gemeinschaft zu leben und spürbar werden zu lassen, an uns alle.

Als Getaufte sind wir alle in gleicher Weise und Würde von Gott gerufen, Gemeinde und Kirche Jesu Christi zu sein.