Der Stern leuchtet

Der kleine Junge hockte auf dem Fußboden und kramte in einer alten Schachtel.
Er förderte allerhand wertlose Dinge zutage – darunter auch einen glänzenden Stern.
„Was ist das?“, fragte er seine Mutter. „Ein Weihnachtsstern“, antwortete sie,
„etwas von früher, von einem alten Fest.“ „Was war das für ein Fest?“, fragte der Junge.
„Ein langweiliges“, sagte die Mutter, „die ganze Familie stand in der Wohnstube
um einen Tannenbaum und sang Lieder. Und an der Spitze der Tanne befestigte man den Stern.
Er sollte an den Stern erinnern, dem die Hirten nachgingen, bis sie den kleinen Jesus
in der Krippe fanden.“ „Den kleinen Jesus“, fragte der Junge, „was soll das nun wieder sein?“
„Das erzähle ich dir ein anderes Mal“, sagte die Mutter. Und damit öffnete sie
den Deckel des Müllschluckers und gab ihrem Sohn den Stern in die Hand.
„Du darfst ihn hinunterwerfen und aufpassen, wie lange du ihn noch siehst.“
Der Junge warf den Stern in die Röhre und lachte, als er verschwand. Aber als die Mutter
wieder kam, stand er wie vorher über den Müllschlucker gebeugt.
„Ich sehe ihn immer noch“, flüsterte er. „Er glitzert. Er ist immer noch da.“