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Dem Ende entgegen...

Ruth
Datum:
Veröffentlicht: 10.7.13
Von:
Ruth Meißner

Ruth Meißner berichtet von ihren letzten Wochen in Nicaragua

"Ja, ich bin in meinen letzten Wochen. Unglaublich, aber es bleiben von meinem Jahr, von meinen 360 Tagen, die ich dann in Nicaragua verbracht habe, nur noch wenige Wochen. Ich werde schon langsam melancholisch, traurig. Gleichzeitig freue ich mich aber auch schon wieder auf Deutschland, auf meine Familie, meine Freunde, das „deutsche“ Essen, heißes Wasser und Waschmaschine."
Ruth Meißner berichtet von ihren letzten Wochen in Nicaragua.
Ruth

San Carlos, 4. Juli 2013

Hallöchen alle zusammen!

Atemberaubend. Unglaublich. Die Natur einfach unbeschreiblich. Unheimlich wunderschön. Einen Sonnenuntergang vom Aussichtspunkt von San Carlos anzuschauen.
Doch mittlerweile frage ich mich immer öfter: „Wie oft werde ich das wohl noch sehen können?“ oder „das werde ich vermissen“…

Ja, ich bin in meinen letzten Wochen. Unglaublich, aber es bleiben von meinem Jahr, von meinen 360 Tagen, die ich dann in Nicaragua verbracht habe, nur noch wenige Wochen. Ich werde schon langsam melancholisch, traurig. Gleichzeitig freue ich mich aber auch schon wieder auf Deutschland, auf meine Familie, meine Freunde, das „deutsche“ Essen, heißes Wasser und Waschmaschine. Einfach ohne Vorsicht und Gefahr durch die Straßen gehen zu können. Mal wieder selbst Autofahren. Meine Großeltern besuchen. Ein Spieleabend mit Freunden. Sogar mich mit meinen Geschwistern zoffen.

Außerdem bleibt mir nicht viel Zeit, darüber nachzudenken. Neben Uni-Bewerbung und Zukunftsplanung steht in der Arbeit im Moment wirklich viel an! Während meine Psychomotorik einfach weiterläuft, gibt es richtig viel zu tun in der Bäckerei. Zum einen fungiere ich im Moment als Dauer-Übersetzer. Eben war der hauptamtliche Bäcker von „Brot gegen Not“, der Organisation und Aufbau betreut, da. Da gab es viele Teambesprechungen und es wurde viele neue Ideen entworfen, um den Verkauf noch ein bisschen anzutreiben. So haben wir einen Flyer bzw. ein großes Werbeplakat erstellt, das jetzt in den Druck geht. Ebenso einen Produktkatalog, um mehr Großeinkäufer, wie Restaurants und das Heer, anzuwerben. Gestern habe ich mit der Verkäuferin Gema schöne „Tagesangebots“-Plakate gebastelt. Außerdem habe ich noch die Ehre die vordere Hauswand mit Werbungssprüchen zu streichen. Dazu kommt, dass seit zwei Wochen auch noch der neue Bäcker da ist, 30 Jahre jung und komplett nicht spanisch sprechend. Da stehe ich also auch noch ständig in der Verantwortung, ihm jede Bitte aus dem Büro und von den Nica-Bäckern zu übersetzen. Aber auch wenn es viel ist, es macht mir wirklich Spaß! =D Jetzt, wo mein Tag wirklich komplett ausgefüllt ist, habe ich das Gefühl, wirklich bei der Arbeit angekommen zu sein und als Teammitglied anerkannt zu sein.

Schade, dass jetzt das Jahr schon wieder vorbei ist…

Ich möchte gar nicht an meinen Abschied denken. Ich habe so viele Freunde gewonnen, eine neue Familie gefunden, aber jetzt heißt es in sechs Wochen „Adiós“ und ich weiß nicht einmal genau, wann ich wieder hierherkomme. Und das ist der entscheidende Unterschied im Vergleich zu meinem Abschied in Deutschland. Aber auch das war von vornherein klar, als ich mich entschieden habe, ein Jahr nach Nicaragua zu gehen.

Dennoch möchte ich meine letzten Wochen noch so gut wie möglich genießen, so oft wie möglich am Aussichtspunkt von Nicaragua stehen und mir den Sonnenuntergang in den verschiedensten Rot-Orange-Farbtönen ansehen.  Und eines weiß ich sicher: Ich werde wieder hierher zurückkommen und dann wird die Sonne noch an der selben Stelle untergehen!

Bis bald (und das ist jetzt wirklich bald)!

Eure Ruth aus Nicaragua

Ruth