Caritas- Herbstsammlung

Vom 28. September bis 4. Oktober bittet die Caritas um Spenden
Vom 28. September bis 4. Oktober findet in Bayern die diesjährige Herbstsammlung der Caritas statt. In den Gottesdiensten des 4. Oktober werden die Gottesdienstbesucher bei der Kirchenkollekte um eine Gabe für die Caritas gebeten.
Für das Erzbistum Bamberg eröffnete ein Auftaktgottesdienst am Sonntag, 27. September 2009, um 11.15 Uhr in der Pfarrkirche St. Augustin in Coburg die Herbstsammlung. Hauptzelebrant und Prediger war Monsignore Edgar Hagel, der Vorsitzende des Caritasverbandes für die Erzdiözese Bamberg.
Armut und Einsamkeit im Alter
Der Sozialbericht, den die Staatsregierung Anfang 2009 veröffentlichte, belegt: Gerade in Bayern sind alte Menschen von Armut betroffen. 16,2 % der Bürger, die älter als 65 Jahre sind, leben im Freistaat mit einem Armutsrisiko. Damit stehen sie deutlich schlechter da als der westdeutsche Durchschnitt in ihrer Altersklasse (13,7 %). Groß ist auch der Abstand, wenn man alle Einwohner Bayerns zum Vergleich nimmt; denn im Mittel sind nur 11 % armutsgefährdet. Ältere Frauen haben es besonders schwer; ihre Quote liegt bei 17,4 %.
Daher lenkt die Caritas im Erzbistum Bamberg bei ihrer Herbstsammlung unter dem Jahresmotto „Soziale Manieren für eine bessere Gesellschaft“ das Augenmerk auf das Thema „Armut und Einsamkeit im Alter“. Sie bittet die Bürger um Spenden zur Unterstützung ihrer Arbeit, zu der wesentlich auch Angebote gehören, mit denen die Caritas Senioren fördert und unterstützt.
Sozialstationen
Eine zentrale Aufgabe der Caritas vor Ort ist die ambulante Pflege. Die rund 700 Mitarbeiter der 38 Caritas-Sozialstationen im Erzbistum Bamberg erbringen für 3.400 alte und kranke Menschen pflegerische und hauswirtschaftliche Leistungen in deren Zuhause. Noch einmal die gleiche Zahl von Senioren erhält durch die Sozialstationen Beratung. Zudem unterstützt die Caritas die pflegenden Angehörigen durch spezielle Beratungsstellen und die Organisation von Selbsthilfegruppen. Die einfühlsame und christlich motivierte Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen ist der Caritas ein großes Anliegen.
Die Entgelte der Kranken- und Pflegeversicherung decken die Kosten der erbrachten Leistungen längst nicht mehr ab. Zwar haben die Pflegekassen im April 2009 nach langwierigen Verhandlungen und öffentlichen Protesten die Entgelte – erstmals seit Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1995 – geringfügig angehoben. Doch die Erhöhung fängt die Lohn- und Preisentwicklung von fast anderthalb Jahrzehnten nicht auf. Ambulante Pflege können die Caritas-Sozialstationen heute nur noch dank Spenden aufrechterhalten.
Ein zusätzliches Problem ist die Nachwuchsgewinnung, da die Sozialstationen aus finanziellen Gründen nicht ausbilden können. Anders als bei den Alten- und Pflegeheimen verweigern ihnen die Pflegekassen, Ausbildungskosten in die Vergütung der Leistungen einzubeziehen. Dennoch hat die Caritas im Erzbistum Bamberg seit 2007 15 zusätzliche Ausbildungsstellen in Sozialstationen geschaffen. Dies war nur möglich durch die Spendenaktion „Zukunft schaffen durch Ausbildungsplätze in der ambulanten Altenpflege“. Freilich mussten die Stadt- und Kreis-Caritasverbände als Träger der Sozialstationen auch selber einen finanziellen Kraftakt meistern. Zwar konnte aus der Spendenaktion bislang jeder Ausbildungsplatz mit 15.000 Euro bezuschusst werden. Die Kosten pro Auszubildendem betragen jedoch 40.000 Euro.
Materielle Unterstützung
Alte Menschen, die nur über eine kleine Rente verfügen, begegnen vermehrt bei den Mittagstischen, die manche Pfarreien und Caritas-Einrichtungen anbieten, in den Sozialläden, bei Lebensmittelausgaben („Tafeln“) und in den Kleiderkammern. Die Mittagstische verhelfen vielen Senioren nicht nur zu einer preiswerten Mahlzeit, sondern werden von ihnen wegen der Gelegenheit zu Begegnung und Kommunikation geschätzt. Geld-, Sach- und Zeitspenden sind die Grundlage dieser Angebote.
Seniorenbegegnung und -betreuung
Viele Familien sind mit der Betreuung älterer Angehöriger überfordert. Oder die Verwandten leben nicht am Ort. Vereinsamung kann die Folge sein. Hier tragen Caritas und Pfarreien mit Hilfe von Spenden durch Mittagstische, Ergotherapie, Seniorentanz, gemeinsame Ausflüge, Seniorenerholung, Gruppenangebote – auch für an Demenz erkrankte Patienten – und geselliges Beisammensein dazu bei, dass älteren Menschen ein Stück Lebensfreude erhalten oder zurückgegeben werden kann.
Ein wichtiges Angebot ist die Tagespflege, in der alte Menschen, die Unterstützung benötigen und zu Hause bei ihren Angehörigen wohnen, tagsüber versorgt und begleitet werden. So erhalten sie die notwendige Hilfe und erleben Gemeinschaft und soziale Kontakte, wenn die Angehörigen untertags nicht zu Hause sein können.
Die Caritas-Sammlung
Die Caritas-Sammlung besteht aus drei Elementen: Die Hauslistensammlung, bei der im Erzbistum Bamberg rund 4000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer von Tür zu Tür gehen, findet in diesem Herbst vom 28. September bis 4. Oktober statt. Zusätzlich erfolgt in größeren Orten eine Straßensammlung, z.B. in Fußgängerzonen, vom 2. bis 4. Oktober. Bei der Gottesdienstkollekte am Sonntag, 4. Oktober, werden in allen katholischen Gottesdiensten die Besucher um eine Spende gebeten.
Vom Ertrag der Sammlung erhalten in der Erzdiözese Bamberg die Pfarreien 40 Prozent für ihre eigenen sozial-karitativen Aufgaben. Je 30 Prozent gehen an den Diözesan-Caritasverband und an die Stadt- und Kreis-Caritasverbände zur Finanzierung jener Angebote, die stark auf Eigenmittel der Caritas angewiesen sind.
Die Caritas-Sammlung im Frühjahr erbrachte 765.650 €. Das ist gegenüber dem Frühjahr 2008 ein Rückgang von 2,45 %. Die Einnahmen aus der Sammlung sind aber die einzigen wirklich frei verfügbaren Mittel der Caritas. Da sie nicht für einen bestimmten Spendenzweck, sondern generell für soziale Zwecke geworben sind, kann die Caritas diese Mittel dort einsetzen, wo sie auf akute Notlagen reagieren muss.
Apostelgemeinde
In unserer Gemeinde haben Sie folgende Möglichkeiten zu spenden:
- Bei der Kollekte am Caritas-Sonntag, 04. Oktober im Gottesdienst um 9.30 Uhr.
- Mit den Überweisungsträgern, die in der August/September-Ausgabe der Impulse eingelegt waren.
- Indem Sie Ihre Spende in unserem Pfarrbüro vorbei bringen.
Vielen Dank für Ihre Hilfe!