Büchenbacher Ökumene stellt sich am Kunigundentag vor

1000 Jahren St. Stephan in Bamberg
Vor 1000 Jahren wurde die Bamberger Kirche St. Stephan in Bamberg geweiht. Stifterin war die später heiliggesprochene Kaiserin Kunigunde. Nach einer wechselvollen Geschichte ist St. Stephan heute Bambergs evangelische Hauptkirche.
Der diesjährige Kunigundentag, ein Forum der Frauenarbeit im Erzbistum, stand anlässlich des Jubiläums unter dem Thema „Ökumene“. Aus Büchenbach waren Maria Wittmann-Sperber, Brigitte Kruft und Elke Wein angereist, um die Ökumene in Büchenbach in einem Kurzbeitrag vorzustellen. Neben begünstigenden Faktoren und besonderen Initiativen sprachen wir auch über Sorgen und Chancen bezüglich der Ökumene in Zeiten durchgreifenden Strukturwandels innerhalb beider Kirchen.
Kurzbeitrag zur Ökumene in Büchenbach
Wir kommen aus Erlangen-Büchenbach von der katholischen Gemeinde „Zu den Heiligen Aposteln“ und von der Martin-Luther-Kirche.
- Büchenbach hat eine 1000 Jahre alte Geschichte und diese war ausschließlich katholisch geprägt.
- In den letzten 70 Jahren hat sich die Einwohnerzahl Büchenbach mehr als verzehnfacht.
- Aus dem dörflich geprägten Ort ist Erlangens größter Stadtteil geworden, mit Hochhäusern und bald 17.000 Einwohnern.
Was waren die günstigen Voraussetzungen für die Ökumene in Büchenbach?
- Viele Menschen suchten neue Heimat und waren offen für neue persönliche Beziehungen.
- Die evangelische Kirche und die neue katholische Kirche wurden in enger Nachbarschaft mitten ins neue Zentrum gesetzt.
- In beiden Gemeindeleitungen wurde die Herausforderung „Büchenbach“ nur in ökumenischer Eintracht für lösbar gehalten.
- In großer Aufbruchstimmung entstand „Ökumene von unten“. Laien durften selbstständig initiativ werden. Von den Geistlichen wurden sie unterstützt und begleitet.
Beispiele außergewöhnlicher ökumenischer Aktivitäten (es gibt viel mehr)
Bewusst ökumenisch angelegte Angebote:
- Gemeinsamer Beginn der Osternacht am Osterfeuer.
- Die Evang. Kirche ist Station der Fronleichnamsprozession
- Seit 17 Jahren gemeinsames Pilgern auf dem Jakobsweg für 2-3 Tage unter ökumenischer Leitung mit je 15 Teilnehmenden aus jeder Gemeinde
Mitarbeit bei Initiativen, die von einer der Kirchengemeinden ausgehen, oft politisch oder sozial motiviert.
- Team des Eine-Welt-Ladens, der seit über 25 Jahren auch Bewusstsein für globale Gerechtigkeit schafft.
- Mitarbeit bei der Büchenbacher Ausgabestelle der Erlanger Tafel.
- offener Mittagstisch: Menschen aus allen sozialen Schichten haben Tischgemeinschaft
Sorgen und Chancen
Sorgen:
- In beiden Kirchen gibt es umfassende Umstrukturierungen: Der Arbeitsdruck auf die Hauptamtlichen wird weiter vergrößert. Rückt dadurch die Ökumene in den Hintergrund?
- Viele junge Menschen wenden sich von den Kirchen ab. Ist nicht in Zeiten der Weltoffenheit das Zurückziehen auf konfessionelle Grenzen ein falsches Signal?
Chancen für die Kirchen:
- Die Erneuerung der Kirchen steht an. Können die gegenseitigen Anregungen aus der Ökumene nicht zu einem erfolgreichen Prozess beitragen?
Chancen für Büchenbach:
- Ein Stadtteil mit so unterschiedlichen Wohngebieten birgt hohes Konfliktpotenzial. Es gibt aber auch viele engagierte Bewohner und soziale Einrichtungen. Aus unserer persönlichen Sicht könnten die Kirchen einen wesentlichen Beitrag an einem guten und gerechten Miteinander leisten. Da liegt unsere Zukunft als Stadtteil, aber auch unsere Zukunft als Kirchen.