Brieftaube zum Ostersonntag

Post für Kinder zu Hause, zum Vorlesen und Mitmachen
Liebe Kinder!
Es war der unglaublichste und wunderbarste Tag meines Lebens!
Als ich aufstand, wusste ich das noch nicht. Es war noch sehr früh, weit vor Sonnenaufgang. Aber ich habe sowieso seit drei Tagen nur schlecht geschlafen. Seit Jesus gestorben war. Und mit ihm meine ganze Hoffnung und Lebensfreude. Alles wofür ich gelebt habe. Auf einmal weg. Übrig blieb nur eine riesige Traurigkeit und viele Fragen.
Früher hätte ich diese Fragen Jesus gestellt. Er hätte auf alles eine kluge Antwort gewusst. Er hätte mich getröstet und meine Trauer in Freude und Gottvertrauen verwandelt.
Jetzt ist alles so sinnlos. Irgendwie war in allem, was Jesus erzählt und gemacht hat, Gottes Liebe spürbar. Er brachte sie mir so nahe. Und jetzt ist Jesus tot. Wo ist Gottes Liebe jetzt?
Jesus hat gesagt, Gott ist immer für uns da. Er begleitet und beschützt uns. Wie kann es dann sein, dass Jesus am Kreuz gestoben ist?
Damit ich mich nicht noch länger mit solchen Gedanken im Bett wälzen musste, stand ich also lieber auf. Immerhin konnte ich heute noch was für Jesus tun. Ich packte duftendes Öl ein und ging los.
Die andere Maria wartete schon an unserem Treffpunkt. Sie konnte auch nicht schlafen und auf dem Weg zu Jesus' Grab unterhielten wir uns leise über unsere Sorgen und Gedanken.
Unsere dringendste Sorge war jetzt der riesige Stein vor Jesus' Grab. Wir wollten Jesus' Leichnam mit dem duftenden Öl einreiben. Das macht man bei uns so, wenn jemand gestorben ist. Aber wie sollten wir in die Grabhöhle kommen? Sie war mit einem Stein verschlossen, der so groß war, dass wir den unmöglich zu zweit wegwälzen konnten.
Als wir am Grab ankamen, war der Stein schon zur Seite gewälzt. Maria und ich sahen uns an: Wie seltsam! Vorsichtig gingen wir in die Grabhöhle hinein. Und erschraken fürchterlich: Innen saß jemand! Er trug weiße Kleider und leuchtete richtig von innen heraus. Es ist schwer zu beschreiben, aber mir war klar, dass das ein Engel sein musste. Vor Angst konnte ich ihn kaum ansehen und wäre am liebsten weggerannt. Aber der Engel sagte: „Fürchtet euch nicht!“, und erstaunlicherweise war da auch meine Angst weg. Der Engel wusste, dass wir Jesus suchen: „Er ist nicht hier,“ verkündete er, „er ist auferstanden! So wie er es gesagt hat.“
Tatsächlich, der Platz, wo sie Jesus hingelegt hatten, war leer.
Ich war so erschrocken, verwirrt und durcheinander, dass ich einfach wegrannte. Die andere Maria kam mit. Als wir nicht mehr konnten, blieben wir stehen, ganz außer Atem.
Ein Mann kam uns entgegen. Als er bei uns war, blickten wir auf und erkannten ihn: Es war Jesus! Er war es wirklich! Er lebte! Er sagte uns: „ Fürchtet euch nicht! Geht zu den Jüngern und erzählt ihnen, was ihr erlebt habt. Auch sie werden mich wiedersehen!“
Auf dem Heimweg hüpften wir vor Freude. Und sahen uns immer wieder ungläubig an. Was für ein Wunder! Ich denke sehr oft an diesen erstaunlichsten Morgen meines Lebens.
Auch wenn Jesus nicht mehr wie früher mit uns lebte und durchs Land zog, änderte seine Auferstehung alles.
Gottes Liebe ist nicht weg. Sie ist immer da. Auch wenn es mir mal schlecht geht.
Gott verhindert nicht meine Trauer. Aber er gibt mir neue Hoffnung.
Gott verhindert nicht den Tod. Aber er gibt neues Leben.
Liebe Ostergrüße!
Eure Maria Magdalena
Gebet
Gott,
du hast Jesus Christus auferweckt von den Toten.
Deine Liebe ist stärker als der Tod.
Das Leben siegt.
Schenke uns Vertrauen und Hoffnung,
für uns und für die ganze Welt.
Amen.
Segen
Gott schenke uns neues Leben, wenn wir uns wie tot fühlen.
Gott schenke uns neue Liebe, wenn wir uns verlassen fühlen.
Gott schenke uns neue Hoffnung, wenn wir uns mutlos fühlen.
Gott schenke uns Zuversicht, wenn wir Angst haben.
Gott schenke uns Freude, wenn wir Ostern feiern.
So segne und behüte uns Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen
Bastelidee
Hast Du Dein Bild von Karfreitag gut aufgehoben? (Falls nicht, oder wenn Du da nicht mitgebastelt hat, kannst Du Dir die Bastelanleitung in der Brieftaube für den Karfreitag nochmal anschauen.)
Wir machen es jetzt fertig:
- Dafür legst Du das Blatt am besten wieder auf eine Malunterlage.
- Jetzt such Dir z.B. einen Löffel. Mit der Rückseite (also dem Stil) kannst Du in die schwarze Fläche Bilder hineinritzen.
- Überall, wo Du die schwarze Farbe abkratzt, erscheint die bunte erste Schicht wieder (siehe Bild)
- Pass bisschen auf mit den schwarzen Krümeln, die beim Wegkratzen entstehen. (Sonst musst du vielleicht Flecken auf dem Boden suchen, statt Ostereier...)
Wenn Du Dein Bild herzeigen möchtest, kannst Du uns wieder Fotos davon mailen.
An basteln@ej-frauenaurach.de oder beate.herrmann@erzbistum-bamberg.de