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Brieftaube zum Karfreitag

Karfreitag: Jesus begegnet seiner Mutter
Datum:
Veröffentlicht: 10.4.20
Von:
Beate Herrmann

Post für Kinder zu Hause, zum Vorlesen und Mitmachen

Immer wenn ich etwas ganz wichtiges zu vermelden habe und es alle in meiner Umgebung hören sollen, dann muss das einfach raus IIIIIIIAAAAAHHHH, na so wie jetzt dieser Brief an euch, ich bin froh, dass er bei euch angekommen ist.

IIIIIIIAAAAHHHH Liebe Kinder!

Ups, jetzt ist mir doch glatt mein Eselsruf rausgerutscht! IIIIAAAHHH

Immer wenn ich etwas ganz wichtiges zu vermelden habe und es alle in meiner Umgebung hören sollen, dann muss das einfach raus IIIIIIIAAAAAHHHH, na so wie jetzt dieser Brief an euch, ich bin froh, dass er bei euch angekommen ist.

Ich bin´s, der Esel, auf dessen Rücken Jesus vor einigen Tagen in Jerusalem angekommen ist.
Das war ein tolles Gefühl. Normalerweise schleppe ich Lasten von hier nach da, manchmal auch richtig schwere Sachen, wie zum Beispiel meinen Bauern, aber noch nie ist meinem Rücken so einer wie Jesus untergekommen. Meine Reise mit Jesus hat nicht aufgehört, auch wenn ich ihn in Jerusalem abgesetzt habe.
Ich bin geduldig und ruhig, eben wie ein Esel so ist, manche sagen manchmal auch, dumm, dumm wie ein Esel. Aber die sind das dann meistens selber. IIIIIIAAAAHHHH.
Ich bin nämlich ganz schön auf Zack, meine große Nase hat nämlich schon gerochen, dass das mit Jesus in Jerusalem spannend weitergeht und ich sollte auch Recht behalten.

Die ganze Nacht stand ich eng an das Haus von Ben Alochim gedrückt da, die Fenster im Obergeschoss waren geöffnet und ich konnte alles riechen und hören, was dort geschieht. Und ich sag euch, riechen kann ich wie ein Weltmeister, frisch gebackenes Brot gab es dort und die wunderbar sanfte Stimme von Jesus drang an mein Ohr.
Von der Liebe hat er gesprochen, und dass er bei seinen Freunden bleibt, auch wenn sie ihn bald nicht mehr sehen können und dass sie einander lieb haben sollen, so wie er sie lieb gehabt hat.
Da sind mir schon die ersten Tränen aus meinen großen Augen gekullert, zum Glück war es dunkel in der Gasse und keiner konnte es sehen, vor allem nicht die blöde Ziege vom Bauern Ruben, die mich schon immer für ein bisschen weichlich gehalten hat.

Na jedenfalls habe ich solange vor dem Haus gewartet, bis die ganze Mannschaft da wieder raus gekommen ist, ein wenig im Schatten der Häuser und immer ein kleines Stück weit von ihnen entfernt habe ich mich nachgeschlichen, damit keiner mich entdeckt, aber damit ich alles noch mitbekommen kann.
Ich bin nämlich schrecklich neugierig, müsst ihr wissen. IIIIIIAAAAAHHHHH.
Und schrecklich schlau dazu, so hat mich keiner entdeckt. IIIIIIAAAAAHHHH.

Schließlich kamen wir im Garten Gethsemani an, einem wunderbaren, herrlichen Garten, sag ich euch, tagsüber eine Augenweide und für mich auch eine herrliche Maulweide, saftige Olivenbäume stehen da, die wohltuenden Schatten spenden und überall dickes, buschiges Gras. Mir läuft das Wasser im Maul zusammen, wenn ich nur daran denke, aber ich schweife ab.
In dieser Nacht war es stockdunkel, Jesus und seine Freunde waren mitten in dem Garten und Jesus machte etwas, das ich manchmal bei meinem Bauern gesehen habe, wenn er die Hände gefaltet hält, die Augen geschlossen, ganz ruhig und ganz vertieft, als würde er mit jemandem sprechen, den man nicht sieht. Ich glaube beten nennt das mein Bauer immer. Also jedenfalls glaube ich, dass ich Jesus beten gesehen habe, aber wie ich noch so darüber nachdenke, sehe ich, wie zum Gartentor die Soldaten des Kaisers hineinstürmen und Jesus festnehmen.
Mir fängt es an, am ganzen Körper zu kribbeln, von den Hufen bis zu den Eselsohren: Warum nehmen sie ihn fest? Er hat doch gar nichts getan, denke ich mir und mein Herz wird schwer wie der dicke Bauer, der manchmal auf mir den Weg in die Stadt reitet.
Jetzt kann ich auf keinen Fall wieder heimgehen, ich muss hinterher und sehen, wohin sie ihn bringen.

Durch die Straßen und Gassen hindurch schieben sie ihn bis hin zum Haus des Pilatus, dem Richter unserer Stadt. Je mehr Zeit vergeht, je länger ich da so im Halbschatten der Häuser warte, desto mehr Menschen kommen auf die Straßen, ja fast schon ein richtig großer Haufen, wie vor wenigen Tagen, als Jesus in Jerusalem eingezogen ist. Aber heute jubeln sie ihm nicht zu, ich höre wilde und wütende Rufe „Ans Kreuz mit ihm“.

Da wird mir noch schwerer ums Herz, ich kann mir gar nicht vorstellen, was Jesus denn so schlimmes getan haben könnte, dass er verurteilt wird.
Meine Augen tränen, ich weiß gar nicht mehr ob vom langen Warten und weil sie mir immer wieder müde zufallen oder weil mein Herz so unglaublich schwer ist.
Dieser Richter scheint auf die Menschen gehört zu haben, denn ich sehe von weitem, wie Jesus durch die dichte Menge gedrängt wird mit einem großen Kreuz aus Holz auf seinen Schultern.
Ich trappe langsam und traurig hinterher.

Unweit der Stadtmauern, am Berg Golgota machen sie Stopp, die Soldaten, die Jesus unbarmherzig vorangetrieben haben, obwohl er ein paar mal unter dem Kreuz gefallen ist.
Als die Sonne hoch am Himmel steht, da stellen sie das Kreuz mit Jesus auf dem Berg auf, zwischen Himmel und Erde, so sieht es für mich von weitem aus.
Um mich herum verstummen die Menschen immer mehr, als würden sie jetzt erst begreifen, was da geschehen ist.

Um die 9te Stunde neigt Jesus sein Haupt und stirbt.

Ich bin sehr traurig darüber und will schon meinen Kopf hängen lassen.
Da höre ich, wie der Hauptmann aus der Stadt Kaphernaum, der auch in der Menge steht, plötzlich sagt:
„Wahrhaft! Dieser Mensch war Gottes Sohn.“

Und da fällt es mir wie Schuppen von meinen Eselsaugen:
Dieser Jesus ist Gottes Sohn!

Deshalb hat er sich auch nicht gewehrt, als die Soldaten ihm das angetan haben, er hat das Kreuz trotzdem getragen und sich dran schlagen lassen, und ich, der sich mit Lasten tragen auskennt, ich sag euch:
Als hätte Jesus in dem Kreuz alles mitgetragen, was den Menschen manchmal zu schwer ist, ihre Angst und Sorge, ihre Traurigkeit und ihre Tränen.

Und da hab ich so bei mir gedacht:
Dieser Jesus muss seine Menschen ja wirklich sehr lieb haben, dass er das für sie getan hat.
IIIIIIAAAAAHHHH.

Euer Esel aus Jerusalem

Gebet

Guter Gott,
heute am Karfreitag denken wir an den Tod von Jesus.
Das macht traurig.
Jesus hat sein schweres Kreuz getragen,
für uns und für alle, die heute noch leiden und weinen müssen.
Er ist ganz nah bei uns, besonders, wenn es uns nicht gut geht.
Hilf, dass wir spüren, wie sehr du uns lieb hast, wenn wir heute auf dein Kreuz schauen.
Amen.

Vater unser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe.
Wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung
Sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit
In Ewigkeit,
Amen.

Segen

Gott segne unsere Traurigkeit – Jesus hat sie am Kreuz mitgetragen,
Gott segne unsere Angst – Jesus hat sie am Kreuz mitgetragen,
Gott segne unsere Sorge – Jesus hat sie am Kreuz mitgetragen,
Gott segne unsere Hoffnung – Jesus hat uns mit dem Kreuz einen Grund dazu gegeben.
Dazu segne uns und alle Menschen, die uns am Herzen liegen, alle Menschen die krank sind und alle Menschen deiner guten Schöpfung,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Bastel- und Gestaltungsideen

Für unsere Bastelidee heute braucht ihr:

  • Papier
  • eine Bastelunterlage (größer als das Papier)
  • Wachsmalkreide
  • Geduld: Wir basteln heute nämlich noch ganz nicht fertig, das heben wir uns für Ostersonntag auf
  1. Legt das Papier auf die Unterlage und mal es mit den Wachsmalkreiden komplett bunt an. Je bunter desto besser, lasst möglichst nichts weiß. Bei mir sah das so aus:
  2. Soviel bunte Farbe passt irgendwie nicht zum traurigen Karfreitag heute. Deswegen nehmt jetzt die schwarze Wachsmalkreide und malt damit über die bunte Farbe drüber. Wieder das ganze Blatt voll. Je schwärzer desto besser. Es könnte dann ungefähr so aussehen:
  3. Gut aufheben – übermorgen, am Ostersonntag seht Ihr, was man damit Tolles machen kann!
  • Wir laden euch ein, ein Kreuz aus eurem Zuhause heute in die Mitte eures Tisches zu stellen. Jedes mal, wenn ihr heute an dem Tisch sitzt, könnt ihr einen Satz zu Jesus sprechen, z.B. „Jesus, ich danke dir…“ oder „Jesus, ich bitte dich…“
  • Eure Kerze, die ihr sonst angezündet habt, kann heute vielleicht bewusst aus bleiben, aber wie wäre es, wenn ihr heute oder morgen, kurz vor Ostern eine eigene kleine Osterkerze bastelt? Die Osterkerze zünden wir am Ostermorgen am Sonntag an, in jeder Kirche wird eine stehen, vielleicht auch eine kleine bei euch zuhause? Dazu brauchst du eine neue Kerze, ein wenig Wachsreste oder Wachsplatten.
    Natürlich kannst du die Kerze auch einfach zeichnen oder abmalen.
    Auf jeder Kerze stehen diese Zeichen:
    • Das Kreuz mit den fünf Nägeln erinnern an Jesu Leiden und den Tod am Kreuz.
    • Das Licht der brennenden Osterkerze erinnert an Jesu Auferstehung aus dem Tod.
    • Die griechischen Buchstaben A und Ω (Alpha und Omega) zeigen, dass Jesus auch am Anfang und am Ende unseres Lebens bei uns ist.
    • Auf vielen Osterkerzen ist auch die Jahreszahl enthalten, manche haben auch noch andere Zeichen für Jesus und Verzierungen

Wer seine tollen Ergebnisse wieder mit allen teilen möchte, sendet einfach wieder ein Bild an:
basteln@ej-frauenaurach.de oder beate.herrmann@erzbistum-bamberg.de