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Brieftaube zum 7. Sonntag der Osterzeit

Jesus und die Sünderin
Datum:
Veröffentlicht: 23.5.20
Von:
Beate Herrmann

Post für Kinder zu Hause, zum Vorlesen und Mitmachen

Seid ihr jemandem schon mal aufs Dach gestiegen?
Das sagt man doch manchmal, wenn man sich tierisch über jemanden aufregt und dann mit ihm schimpft.
Ich hab das auch einmal erlebt, aber ganz anders, als ihr jetzt denkt.

Liebe Kinder!

Seid ihr jemandem schon mal aufs Dach gestiegen?
Das sagt man doch manchmal, wenn man sich tierisch über jemanden aufregt und dann mit ihm schimpft.
Ich hab das auch einmal erlebt, aber ganz anders, als ihr jetzt denkt.

Ich bin tatsächlich jemandem mal aufs Dach gestiegen, auf das echte Dach eines Hauses.
Wobei, so richtig gestiegen bin ich nicht, ich bin da hoch getragen worden, denn ich war gelähmt.
Gelähmt heißt, dass man sich nicht richtig bewegen kann, nicht alleine gehen kann,
ich war sehr lange gelähmt, immer war ich auf die Hilfe anderer angewiesen,
egal was ich gebraucht habe, immer musste mir da jemand helfen.

Das war nicht immer schön,
aber richtig schön war, dass ich echt gute Freunde hatte, die immer für mich da waren.
Und diese Freunde haben mich eines Tages auf ein Dach getragen.

Bei uns in Kafarnaum, das ist eine kleine Stadt in Galiläa, im Land Israel musst du dir vorstellen, waren unsere Häuser so gebaut, dass sie ein flaches Dach hatten.
Auf diesem Dach konnte man sogar sitzen. Besonders abends machten das viele sehr gerne,
wenn die Hitze des Tages sich verzogen hat und man ganz angenehm im Freien sitzen kann.
Also ungewöhnlich war es nicht, auf ein Dach zu steigen bei uns,
aber warum meine Freunde mich da hinaufgetragen hatten, das war allerdings ungewöhnlich.

Es war gar nicht unser Haus,
aber in diesem Haus war an dem Tag etwas los.
Jesus und seine Freunde kamen auf ihrer Wanderung durch die Ortschaften von Galiläa auch in unserer Stadt Kafarnaum vorbei. Zu diesem Zeitpunkt war Jesus schon eine kleine Berühmtheit in unserer Gegend geworden und so sprach sich blitzschnell herum: Jesus kommt in unsere Stadt!
Was glaubt ihr, war da los!

Das Haus, in das er eingekehrt war, war null komma nix von Menschen belagert, innen drinnen drängten sich die Menschen so sehr, dass keiner mehr hineinpasste, da war überhaupt nicht an 2 Meter Abstand zu denken.
So viele Leute wollten Jesus sehen und hören,
auch vor dem Haus standen die Menschen dicht gedrängt zusammen.
Meine Freunde waren mächtig enttäuscht.
Sie dachten sich nämlich, wenn sie mich zu Jesus bringen könnten, dann könnte er mir bestimmt helfen.

Aber es war überhaupt nicht daran zu denken, in die Nähe Jesu zu kommen, so voll war es.
Wenn ich selber hätte laufen können, ich wäre umgekehrt. Das macht doch keinen Sinn, dachte ich mir, wir kommen da nie durch und überhaupt, warum sollte es Jesus kümmern, wie es mir ging?
So viele Jahre schon war ich in diesem Zustand.
Und manchmal war mein Herz schon so wie meine Beine, gelähmt, und zu keiner Bewegung im Stande, richtig traurig und niedergeschlagen war ich, so wie mit einem großen Stein auf dem Herzen.

Meine Freunde wollten aber um jeden Preis, dass Jesus mich sieht.
Also trugen sie mich hinauf aufs Dach, deckten die Ziegel ab und ließen mich auf einer Liege hinunter in das Haus.
Direkt vor den Füßen von Jesus bin ich gelandet!

Da haben alle geschaut, das könnt ihr euch vorstellen! Richtig still wurde es und ich hab die Spannung in der Luft gespürt.
Ich glaube, Jesus hat in den Augen meiner Freunde die Hoffnung gesehen, die sie in ihn gesetzt haben.
Was er dann zu mir sagte, werde ich mein Leben lang nicht vergessen:
„Deine Sünden sind dir vergeben. Steh auf, nimm deine Liege und geh nach Hause!“

Manche murmelten ärgerlich, was Jesus sich da einbilde, Sünden vergeben könnte doch nur Gott.
Andere wunderten sich, warum er nicht von meiner Lähmung sprach.
Aber ich habe gespürt, dass Jesus mir direkt ins Herz geschaut hat. Ich glaube, dass er sehen konnte, dass mein Herz schon fast gelähmter war als meine Beine.

Seine Worte haben mich federleicht gemacht, und ich habe gespürt, wie das Leben wieder zurückkehrt in mein Herz und auch in meinen ganzen Körper.
Von da an war ich frei und war wie neu geboren,
dieser Jesus hat mich wirklich aufgerichtet!
Das vergesse ich niemals.

Seid gegrüßt,
euer Freund aus Kafarnaum

Gebet

Guter Gott,
manchmal wird uns das Herz schwer wie ein Stein,
lass uns dann auf dich vertrauen,
so wie die Freunde des Gelähmten auf dich vertraut haben.
Lass uns spüren, dass du auch jeden einzelnen von uns ansiehst mit ganz viel Liebe und Verständnis und schenke uns immer wieder ein fröhliches und freies Herz.
Amen.

Vater unser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe.
Wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung
Sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit
In Ewigkeit,
Amen.

Segen

Der Herr segne dich.
Er erfülle deine Füße mit Tanz
und deine Arme mit Kraft.
Er erfülle dein Herz mit Zärtlichkeit
und deine Augen mit Lachen.
Er erfülle deine Ohren mit Musik
und deine Nase mit Wohlgerüchen.
Er erfülle deinen Mund mit Jubel
und dein Herz mit Freude.
(nach einem afrikanischer Segen)

Bastelidee

  • Mache heute etwas, was dir und deiner Familie ganz viel Freude bringt. Vielleicht ist das ein Lieblingsspiel, ein Lieblingshobby oder etwas Schönes, das du draußen erlebst?
  • Lauf- und Rennspiele im Freien, bei denen du in allen Körperteilen spüren kannst wie gut Bewegung tut und wie schön es ist, herumzutollen ist heute vielleicht genau das richtige?!
  • Lass uns und andere Menschen doch gerne an deinen guten Ideen teilhaben und mache ein Bild von eurem Tag zusammen.
    Dieses schickst du an basteln@ej-frauenaurach.de oder beate.herrmann@erzbistum-bamberg.de