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Brieftaube zum 5. Sonntag der Osterzeit

Datum:
Veröffentlicht: 9.5.20
Von:
Beate Herrmann

Post für Kinder zu Hause, zum Vorlesen und Mitmachen

Oh, das war ein Erlebnis sag ich euch!
Eine Hochzeit haben wir gefeiert! Ein richtig großes Fest mit vielen Menschen von nah und fern.
Ich war auch eingeladen und mit mir mein Sohn Jesus und seine Freunde.

Liebe Kinder!

Oh, das war ein Erlebnis sag ich euch!
Eine Hochzeit haben wir gefeiert! Ein richtig großes Fest mit vielen Menschen von nah und fern.
Ich war auch eingeladen und mit mir mein Sohn Jesus und seine Freunde.
Jetzt hast du mich bestimmt erkannt – ich bin's, Maria, die Mutter Jesu.

Diese Hochzeit hat in der Stadt Kana in Galiläa stattgefunden.
Es war ein herrliches Fest, das Brautpaar sah so glücklich aus und die Stimmung war toll.
Die Gäste haben getanzt, gesungen und gelacht.
Aber auf einmal ist etwas völlig unerwartetes geschehen!
Der Wein ist ausgegangen!
Das ist so ziemlich das Peinlichste, was bei einer Hochzeit passieren kann.
Das bedeutet nämlich, dass das Fest zu Ende ist und die Menschen würden über das Brautpaar schlecht reden, dass sie nicht genügend Wein für ihre Gäste hatten. Was für eine Schande wäre das für das Paar!
Auf einmal ist das schöne, ausgelassene Fest in Gefahr und ich denke daran, dass das Leben eben nicht immer nur voll und rund und schön ist, sondern dass da manchmal etwas ausgeht so wie der Wein: Freude und Verständnis, Liebe und Lachen. Manchmal gibt es da Dinge, die sich wirklich wie ein leerer Weinkrug anfühlen können. Vielleicht kennst du das ja auch gerade, wo noch immer manches anders ist als früher und wo man auch manchmal zuhause etwas von seiner Fröhlichkeit und Lebendigkeit verliert.
Ich hatte jedenfalls richtig großes Mitleid mit dem Brautpaar, ich wollte unbedingt verhindern, dass die zwei sich blamieren.

Also habe ich meinen Sohn beiseite genommen und ihm erzählt, dass der Wein ausgegangen ist. Ich hab mir gedacht, Jesus darf ich einfach alles sagen, auch die Sorgen und Probleme. Ich habe einfach darauf gehofft, dass er helfen kann, dass er mich anhört und dass er ein Herz für die Not des Paares haben wird.
Deshalb habe ich den Dienern der Festgesellschaft gesagt, dass sie auf alles hören sollen, was Jesus ihnen anweist, auch wenn sie es vielleicht nicht sofort verstehen werden.
Sechs steinerne Wasserkrüge standen dort, so groß, dass sie mir bis zur Hüfte gingen, da mussten mehrere hundert Liter Wasser hineinpassen. Alle waren leer und wieder dachte ich an das Fest, das in Gefahr war, nun zu Ende zu sein. Jesus sah die Krüge an und gab den Dienern die Anweisung, sie mit Wasser zu füllen.
Das, was sie hatten, sollten sie hineingeben, nicht mehr und nicht weniger. Und als das Wasser da so in die Krüge hineinplätscherte, da dachte ich mir, das mit dem Wasser auch alles hineingeflossen ist, was die Diener noch so hatten, ihre Sorge und Angst, ihre Hoffnung, ihre Arbeit, ja einfach alles, was sie hatten.

Als die Diener das Wasser dem Speisemeister zum Kosten gebracht hatten, da traute er seinen Augen und Ohren und auch seinem Mund nicht!
Das Wasser war kein Wasser mehr, sondern es war zu Wein geworden!
Ein so guter Wein, dass der Speisemeister verblüfft sagte: Der gute Wein wurde bis jetzt zurückgehalten!
Das Brautpaar konnte sich diesen Segen nicht erklären, aber ich und die Diener, die gesehen hatten, woher der Wein kam, wir wussten es.
Das Fest konnte fröhlich weitergehen, keiner der Gäste hatte etwas mitbekommen und so durfte das Paar ein lebendiges Fest voller schöner Erinnerungen feiern.

Mir ist dieser Tag auch in Erinnerung geblieben und das Bild der Wasserkrüge.
So leer wie sie waren, Jesus hat sie gefüllt und er hat etwas daraus werden lassen, das keiner erwartet hat und das nach Leben und Liebe und neuer Hoffnung geschmeckt hat.
Seine Freunde haben seit diesem Fest daran geglaubt, dass Jesus auch ihr Leben immer wieder neu füllen kann mit seiner Liebe und mit neuer Kraft.
Ich hab all das, wie alles, was ich mit meinem Sohn erlebt habe, ganz fest in mein Herz geschlossen und es dort behalten.

Ich grüße euch von Herzen jetzt im Mai,
eure Maria

Gebet

Guter Gott,
Du liebst die Menschen und bist ihnen nahe.
Das hat dein Sohn Jesus Christus gezeigt,
als er die Not der Menschen auf der Hochzeit zu Kana sah
und ihre Not in Freude verwandelte.
Sei auch uns nahe,
besonders wir Sorgen und Nöte haben,
fülle du unser Leben neu mit deiner Kraft und deiner Liebe.
Amen.

Vater unser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe.
Wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung
Sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit
In Ewigkeit,
Amen.

Segen

Gott segne unsere „leeren Krüge“ und fülle sie neu mit dem was wir brauchen,
mit Liebe und Verständnis für den andren,
mit guten Ideen und einer Portion Humor,
mit Hoffnung und Gelassenheit.
Dazu segne uns der liebende Gott
Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Bastelidee

  • An diesem Sonntag steht der Muttertag ins Haus. Vielleicht lässt du dir eine schöne Überraschung einfallen für deine Mama oder einen anderen lieben Menschen, der sich um dich kümmert?
    Vielleicht macht ihr heute auch so ein richtiges kleines Fest daraus, mit einem schönen Frühstück, einen Spaziergang zusammen oder einem Spiel, das alle zusammen spielen können?
  • Sicher freut sich deine Mama oder dein anderer lieber Mensch auch über eine selbstgestaltete Karte heute? Einen kleinen Brief?
  • Wollt ihr eure tollen Ergebnisse andere sehen lassen? Dann schickt sie uns wieder zu, wir stellen sie auf unseren Homepages wieder ein.
    Bitte an: basteln@ej-frauenaurach.de oder beate.herrmann@erzbistum-bamberg.de