Brieftaube zum 5. Juli

Post für Kinder zu Hause, zum Vorlesen und Mitmachen
Liebe Kinder,
immer, wenn die Leute hören, dass Jesus in der Nähe ist, kommen sie und sind den ganzen Tag bei ihm.
Eines Tages war es mal wieder soweit. Natürlich ist es toll, dass die Menschen so begeistert sind von Jesus und seine Geschichten von Gott hören wollen, aber manchmal nervt das auch.
Stell dir vor, du triffst dich mit deinem besten Freund und ihr wollt einfach nur in Ruhe Zeit miteinander verbringen und dann stört dauernd irgendwer und ihr habt keine ruhige Minute zu zweit.
So ging es mir vor ein paar Tagen.
Wir, die Jünger, waren mit Jesus verabredet. Aber als die Leute Jesus sahen, waren sie ganz aufgeregt und hingen förmlich an ihm dran. Den ganzen Tag wollten sie seine Geschichten hören. Ein bisschen geärgert hat mich das schon, denn schließlich war Jesus mit uns verabredet. Es wurden immer mehr Leute und wir hatten nicht einmal Zeit, in Ruhe eine Kleinigkeit zu essen. Irgendwann wurde das selbst Jesus zu viel und er sagte zu uns: „Los, kommt mit. Wir gehen an einen einsamen Ort, wo wir alleine sind. Dort können wir uns ein bisschen ausruhen.“ Ich war froh über den Vorschlag. Von dem ganzen Trubel bekam ich furchtbar schlechte Laune. Aber die Aussicht auf eine kleine Pause nur mit Jesus und meinen Freunden zauberte mir wieder ein Lächeln ins Gesicht.
Wir liefen also zum See und fuhren mit dem Boot an einen abgelegenen Ort, um allein zu sein. Die Ruhe auf dem Boot war einfach himmlisch. Das leise Rauschen des Wassers, ein bisschen Vogelgezwitscher und niemand war da, außer meine besten Freunde. Schön war das. Ich freute mich auf den restlichen Tag und meine schlechte Laune war wie weggeblasen.
Aber was war das?
Als wir an der abgelegenen Seite des Sees ankamen, waren da schon ganz viele Leute. Sie haben mitbekommen, wohin wir fahren und sich zu Fuß schnell auf den Weg gemacht. Meine schlechte Laune war gleich wieder da. Vorbei mit der schönen Ruhe. Ich wollte gerade anfangen den Menschen zu sagen, dass sie verschwinden sollen, aber Jesus kam mir zuvor. Er bekam Mitleid mit den Menschen und erzählte ihnen Geschichten von Gott. Na toll, dachte ich mir. Es wurde immer später und es kamen immer mehr Menschen. Als es Abend wurde, platze mir schließlich der Kragen. Aufgebracht ging ich zu Jesus hinüber und sagte zu ihm: „Es ist schon spät. Die Sonne geht gleich unter. Jetzt schick doch endlich die Leute weg. Das hier ist eine sehr abgelegene Gegend. Sie sollen in die umliegenden Dörfer gehen und sich dort etwas zu Essen kaufen. Und danach sollen sie endlich nach Hause gehen.“ Ein paar der anderen Jünger stimmten mir eifrig zu. Auch sie waren genervt von all den Leuten.
Aber anstatt die Menschenmenge wegzuschicken, sagte Jesus zu uns: „Gebt ihr ihnen zu essen.“
Wie bitte? Wir sollen weggehen und für 200 Denare Brot kaufen für all diese Menschen? Das kommt ja wohl überhaupt nicht in Frage! Zumal das nächste Dorf ein ganzes Stück entfernt liegt.
Gerade wollte ich Jesus empört antworten, dass wir nicht so viel Geld haben und die Leute sich gefälligst selbst um ihr Abendessen kümmern sollen, da sprach er weiter: „Wie viele Brote habt ihr? Geht, und seht nach.“ Wir gingen zu unseren Vorratstaschen und sahen nach. Aber in den Taschen waren nur noch ein paar Krümel. Wir hatten mittags schon alles aufgegessen. Ein kleiner Junge, der in der Nähe von Jesus saß, hatte anscheinend alles mitbekommen. Auf einmal sprang er auf und rannte zu mir hinüber. „Schau mal“, rief er mir zu, „ich habe noch fünf Brote und zwei Fische. Die schenke ich euch. Teilt sie an die Menschen aus, dann werden vielleicht ein paar mehr satt.“ Ich war etwas überrascht. Warum gab der kleine Junge uns sein Abendessen? Hatte er selbst keinen Hunger? Aber da sprach er schon weiter: „Jesus hatte erzählt, dass man seine Mitmenschen lieben soll und mit ihnen teilen soll. Es ist zwar nicht viel, aber vielleicht hilft es euch ja.“ Ich war ganz perplex. Dieser Junge hatte ein großes Herz. Er hatte keine Sekunde gezögert, das wenige Essen, das er hatte, mit allen anderen zu teilen.
Als Jesus das mitbekam, lächelte er ihn ganz liebevoll an. Ich war mir sicher, dass er uns gleich in den nächsten Ort schicken wird, um noch mehr zu kaufen, denn das Essen reicht niemals für fünftausend Menschen.
Aber er sagte zu der Menschenmenge: „Wir wollen gemeinsam essen. Setzt euch in Gruppen mit fünfzig oder hundert Personen ins Gras“. Die Leute hörten auf ihn und setzen sich in Gruppen auf die Wiese. Als alle saßen kam Jesus zu uns. Er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel, sprach ein Dankgebet, brach die Brote und teilte das Essen an die Gruppen aus. Wir halfen ihm beim Verteilen.
Ihr glaubt nicht, was dann passiert ist: Das Essen wurde einfach nicht weniger! Eine ganze Weile waren wir beschäftigt, bis alle Menschen versorgt waren. Ich konnte meinen Augen nicht trauen. Das war ein Wunder! Es hat tatsächlich für 5000 Menschen gereicht. Alle sind satt geworden. Am Ende, als wir alle Reste einsammelten, waren sogar noch 12 Körbe voll Brot übrig. Als ich gesehen habe, wie glücklich und zufrieden die Menschen waren, bekam ich ein ganz schlechtes Gewissen, weil ich sie ja ursprünglich endlich loswerden wollte. Ich freute mich, dass Jesus sie nicht weggeschickt hatte.
An diesem Tag habe ich gelernt: Wenn man etwas teilt, dann wird es manchmal nicht weniger, sondern sogar mehr!
Euer Andreas
Gebet
Guter Gott,
du lädst uns immer wieder ein.
Zu dir kommen wir gerne.
Du teilst alles mit uns.
Unsere Sorgen und Ängste, aber auch unsere Freude und unseren Dank.
Du bist immer für uns da.
Dafür danken wir dir.
Amen
Vater Unser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe.
Wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung
Sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit
In Ewigkeit,
Amen.
Segen
Gott segne und behüte uns.
Sei mit deiner Liebe jeden Tag bei uns und bei allen, die wir lieb haben.
Begleite uns auf all unseren Wegen und lass und nicht allein.
Halte deine schützende Hand über uns.
Amen .
Bastelidee
- Wie wäre es mit einem selbstgebastelten Gebetswürfel? Vorlagen dafür findest du im Internet. Mit diesem Würfel kannst du Gott vor jedem Essen mit einem Gebet Danke sagen für alles, was du hast.
- Unter https://youtu.be/okh_fthA_yU findest du ein kurzes Video zur heutigen Geschichte. Wenn du Lust hast, schau es dir doch einmal an.
- Backe mit deinen Eltern oder Geschwistern ein Brot oder einen Kuchen für die ganze Familie. Lasst es euch schmecken!
Gerne kannst du uns ein Bild davon schicken.
beate.herrmann@erzbistum-bamberg.de oder basteln@ej-frauenaurach.de