Brieftaube zum 4. Sonntag der Osterzeit
Post für Kinder zu Hause, zum Vorlesen und Mitmachen
Liebe Kinder,
mein Bruder und ich, Jakobus, gehörten zu den ersten Jüngern von Jesus. Wir zogen mit ihm durch Galiläa und hörten ihn Geschichten von Gott erzählen. Wir sahen, wie er kranke Menschen auf wundersame Weise gesund machte. Wir wussten also, dass Jesus etwas ganz besonderes ist.
Aber eines Tages merkten wir, wie außergewöhnlich Jesus wirklich war:
Es war schon Abend. Wir Jünger waren mit Jesus am See Genezareth. Jesus war müde.
Viele Menschen waren heute zu ihm gekommen. Er hatte sich für alle Zeit genommen, sich um alle gekümmert.
Aber jetzt war er erschöpft und wollte Ruhe haben. „Kommt, wir fahren an das andere Ufer 'rüber!“, schlug er vor. Kaum waren wir losgefahren, nahm sich Jesus ein Kissen, legte sich hinten ins Boot und schlief ein.
Wir anderen unterhielten uns leise, um ihn nicht zu wecken.
Es war ein schöner Abend: der Wind blies sanft in die Segel, die Sterne leuchteten und die Wellen plätscherten leise an unser Boot.
Auf einmal wurde der Wind stärker. Schnell holten wir das Segel ein. Schließlich waren viele von uns Fischer und wir kannten uns aus mit dem Wetter auf dem See Genezareth: Hier konnte ganz plötzlich ein heftiger Wind aus den Bergen wehen.
Und so kam es auch: der Wind blies stärker und stärker, die Wellen türmten sich immer höher auf.
Schließlich tobte und brauste der Wind in einem Sturm, wie wir ihn noch nie zuvor erlebt hatten.
Die Wellen waren so hoch, dass sie in unser Boot schlugen. Verzweifelt versuchten wir das Wasser mit Eimern über Bord zu schöpfen, aber es kam mit jeder Welle mehr dazu. Wir klammerten uns am Boot fest und hatten furchtbare Angst.
Und Jesus? Ein ohrenbetäubender Sturm tobte, wir wurden von den Wellen hochgeschleudert und wieder fallen gelassen, im Boot stand schon knietief Wasser – und Jesus schlief.
Da rüttelten wir ihn wach und schrien: „Wir gehen unter!“
Jesus wachte auf und sah uns an. Er schaute nicht in den Sturm, oder auf die Wellen, oder auf das Wasser im Boot – er sah uns an, unsere Todesangst und Panik.
Da stand er auf und drehte sich zum Wind. Er hob die Hand, als würde er dem Sturm drohen. Laut rief er über die Wellen: „Ruhe, sei still“
Und tatsächlich: auf einmal hörte der Sturm auf zu toben. Es war plötzlich windstill. Die Wellen tosten nicht mehr, sondern plätscherten wieder leise ans Boot. Unser Boot lag ruhig auf dem Wasser.
„Warum hattet ihr denn solche Angst?“, fragte uns Jesus, „Ich bin doch bei euch! Vertraut ihr mir nicht?“
Aber antworten konnte ihm keiner von uns. Ich sah zwischen Jesus und dem plötzlich so friedlichen See hin und her. Ich konnte einfach nicht fassen, was ich da gerade erlebt hatte. Ich sah die anderen Jünger an: auch sie waren sprachlos.
Seitdem ist mit klar: was mir auch immer passiert - ich bin nicht allein.
Ich habe auch nach diesem Erlebnis einige Stürme erlebt: echte Stürme oder auch Gefahren, Streit oder Trauer. Und da war dann kein Jesus, der plötzlich alles wieder in Ordnung gebracht hat. Aber ich weiß: Gott ist bei mir. Ich kann darauf vertrauen.
Das könnt ihr auch: in lauten Stürmen und Gefahren. Oder in leisen Stürmen, die wie das Corona-Virus trotzdem alles durcheinander wirbeln: Gott ist bei euch.
Euer Jünger Jakobus
Gebet
Lieber Gott,
Danke, dass Du für uns da bist und uns beschützt.
Hilf uns, darauf zu vertrauen, dass wir keine Angst haben müssen, denn Du bist ja da.
Gib uns den Mut dich ab und zu auch mal mit einem Gebet zu „wecken“,
wenn wir Deine Hilfe brauchen.
Amen
Segen aus dem 5. Buch Mose 31,6
Seid mutig und stark!
Habt keine Angst, und lasst euch nicht einschüchtern!
Der Herr, euer Gott, geht mit euch.
Er hält immer zu euch und lässt euch nicht im Stich!
So segne uns unser gütiger Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen
Bastelidee
Ihr könntet das Boot der Jünger im Sturm malen oder vielleicht Jesus wie er den Sturm bedroht?
Heute habe ich für euch noch eine Spielidee: In der Geschichte von der Stillung des Sturms gibt es ja viel zu hören. Schaut doch mal, was ihr im Haus habt, womit ihr die Geräusche eines Sturms nachmachen könnt. Regenmacher oder Backbleche, die wie Donner klingen oder Mülltüten die man laut schütteln kann, wie Wellenrauschen. Ich bin sicher, ihr findet jede Menge Sachen, mit denen man ordentlich Krach machen kann. Wie ein Sturm. Die allerwichtigste Regel bei dem Spiel ist aber: macht vorher ein Zeichen aus, z.B: einer hebt die Hand. Und dann müssen alle sofort still sein. Wie der Sturm beim Jesus.
Die zweitwichtigste Regel: nicht spielen, wenn Mama oder Papa gerade eine Videokonferenz für die Arbeit machen!
Von eurem Spiel kann man ja schlecht ein Foto machen, aber ihr könntet ja eine Art Hörspiel machen und den Ton mit dem Handy aufnehmen. Wenn ihr es andere hören lassen wollt, dann schickt es an: basteln@ej-frauenaurach.de oder beate.herrmann@erzbistum-bamberg.de
Ihr könnt die Hörspiele dann hier auf der Homepage anhören.