Zum Inhalt springen

Brieftaube zum 3. Sonntag der Osterzeit

Datum:
Veröffentlicht: 25.4.20
Von:
Beate Herrmann

Post für Kinder zu Hause, zum Vorlesen und Mitmachen

Was ich nicht sehen kann, das kann ich nicht glauben!
Davon war ich mein ganzes Leben lang überzeugt, nur was ich mit eigenen Augen sehen konnte, mit meinen Sinnen erfassen konnte, das hielt ich auch für wahr und echt!
Ich hätte mich nicht mehr täuschen können!

Liebe Kinder!

Was ich nicht sehen kann, das kann ich nicht glauben!
Davon war ich mein ganzes Leben lang überzeugt, nur was ich mit eigenen Augen sehen konnte, mit meinen Sinnen erfassen konnte, das hielt ich auch für wahr und echt!
Ich hätte mich nicht mehr täuschen können!
Mein Name ist Thomas, aber eigentlich werde ich Didymus genannt, das bedeutet Zwilling.
Ich bin einer der Jünger Jesu gewesen.
Mit eigenen Augen habe ich angesehen, wie er am Kreuz gestorben ist,
das mit der Auferstehung, das habe ich überhaupt nicht begreifen können.
Für Geschwätz der Frauen hielt ich es immer,
wie sollte das auch gehen, habe ich mich gefragt,
alles, was ich bis dahin erfahren und erlebt habe, war damit nicht zu vergleichen,
AUFERSTEHUNG, das kann ich nicht anfassen, das kann ich nicht sehen und so konnte ich es auch nicht glauben.
Je mehr Zeit vergangen war, desto mehr von unseren Freunden haben wie die Frauen erzählt:
Es stimmt, Jesus lebt, ich bin ihm begegnet.
Na, das kann jeder erzählen, so dachte ich mir,
wenn ich Jesus nicht mit eigenen Augen sehe, wenn ich nicht meine Finger in seine Wunden lege und meine Hand nicht in seine Seite, dann glaube ich nicht.
So war ich einfach,
ich wollte einen Beweis, dass es wirklich wahr ist, was meine Freunde da die ganze Zeit erzählen
ich wollte mit ihm sprechen, so wie ich es vorher schon gemacht habe,
ich wollte ihn berühren.

Es war so, als ob mein Körper fühlen müsste, damit mein Herz glaubt.
Ich hatte eine solche Unruhe in mir, dass könnt ihr euch gar nicht vorstellen.
Ständig dachte ich an das, was meine Freunde gesagt haben,
ruhig sitzen konnte ich auch nicht und alles hat mich aufgeregt.
Und plötzlich, mitten in meine Unruhe hinein, mitten in meinen Zweifel,
da höre ich die Worte, die mir früher schon so oft ein ruhiges Herz geschenkt hatten:
„Friede sei mit euch“.
Das gibt es doch nicht!
Das konnte nur einer sein, nur bei einem, beruhigte sich mein Herz, wenn es so aufgewühlt war, bei Jesus!
So war es früher schon gewesen, und genau das spürte ich auf einmal.
Und dann sah ich ihn und mir war, als würde mein Herz aufgehen,
als würden mir auch die Augen meines Herzens aufgehen.
Mein Jesus, mein Herr und mein Gott war bei mir, jetzt in diesem Moment,
und weil mich Jesus besser kannte, als jeder sonst, hielt er mir seine Hände hin, die die Wundmale hatten,
und da begriff mein Herz: So wie er mir seine Hände hinhielt, so hat er uns sein Leben hingehalten, so hat er uns sich selber geschenkt,
ich durfte mich nach ihm ausstrecken,
und damit begriff ich endlich: Er lebt, ich darf nach ihm greifen, mit ihm sprechen, wann immer ich ihn brauche,
ob ich ihn nun sehen kann oder nicht.

Meine anderen Freunde hatten das schon länger begriffen.
„Selig sind, die nicht sehen, und doch glauben“ jetzt verstehe ich, was Jesus damit gemeint hat.
Seit diesem Tag nutze ich es, jeden Tag und spreche mit Jesus, vertraue ihm meine Sorgen, meine schönen Erlebnisse an und glaube fest daran, dass er bei mir ist und mich niemals mehr alleine lässt.
Unglaublich – aber das glaub ich!

Euer Thomas

Gebet

Guter Gott,
wir können dich nicht sehen,
aber wir können deine Liebe im Herzen spüren.
Wie Jesus seinen Freunden damals versprochen hat,
immer an ihrer Seite zu sein,
so ist er auch bei uns, alle Tage unseres Lebens.
Mach unseren Glauben daran stark,
und halte unsere Hoffnung groß.
Amen.

Vater unser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe.
Wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung
Sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit
In Ewigkeit,
Amen.

Segen

Gott segne unsere Augen, dass sie in jedem Lachen eines anderen Menschen dich erkennen,
Gott segne unsere Ohren, dass sie in jedem guten Wort etwas von dir hören können,
Gott segne unsere Lippen, dass sie andere mit einem Lächeln und einem lieben Wort erfreuen,
dazu segne uns und alle Menschen die wir lieb haben,
Gott der Vater, und der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Bastelidee

  • Thomas konnte sich das mit der Auferstehung einfach nicht so recht vorstellen. Mal du doch für ihn ein Bild, wie du es dir vorstellst, vielleicht ist es auch ein Bild, dass keine Formen hat, sondern nur viele Farben? Entdecke den kleinen Künstler in dir!
  • Du kannst auch ein Herz aus Karton gestalten, in das du eine Tür hineinschneidest, wenn du hinter die offene Tür ein Blatt Papier klebst, kannst du auf das Blatt ein Zeichen für Jesus gestalten, das sichtbar wird, wenn du die Tür des Herzens aufklappst. Das kann dich daran erinnern, dass Jesus nicht nur mit seinen Freunden damals in Verbindung bleiben wollte, sondern auch in unseren Herzen einen Platz finden kann, manchmal verborgen, manchmal ganz nah.

Wollt ihr eure tollen Ergebnisse andere sehen lassen? Dann schickt sie uns wieder zu, wir stellen sie auf unseren Homepages wieder ein.
basteln@ej-frauenaurach.de oder beate.herrmann@erzbistum-bamberg.de