„Altenpflege als Bereicherung und Selbstfindung erfahren“

Enrique John wurde als neuer Leiter des Caritas-Alten- und Pflegeheims St. Franziskus in Bubenreuth eingeführt
Anfangs habe er gedacht, Altenpflege das sei „nix für mich“, dann aber habe er erfahren, dass sie „ein Beruf ist, der viel gibt und in dem man die eigene Person finden kann“. Am 18. Juli übernahm Enrique John die Leitung des Caritas-Alten- und Pflegeheims St. Franziskus in Bubenreuth, jetzt wurde er offiziell eingeführt.
Aufgewachsen auf dem Einsiedlerhof der Großeltern, dann im 800-Seelen-Ort Kirchlauter, habe er schon als Kind und Jugendlicher soziale Gemeinschaft erlebt, sagte der neue Einrichtungsleiter bei seiner Einführung. Daher sei es ihm wichtig, dass auch im Altenheim Gemeinschaft gelebt und gepflegt werde.
Sowohl seine Mutter als auch zwei ältere Schwestern seien Altenpflegerinnen, erzählte Enrique John. Er selbst habe zunächst in verschiedene Berufe hineingeschnuppert von Kfz-Mechaniker über Koch bis zum Büroangestellten. Über ein Praktikum in der Verwaltung eines Altenheims sei er dann ebenfalls zur Altenpflege gekommen.
Er habe in seinem Arbeitsfeld aber manches ändern wollen, sagte John. „Doch dafür muss man etwas tun.“ So habe er dann ein berufsbegleitendes Studium Medizinalberufe absolviert. Für die neue Aufgabe bringt der neue Altenheimleiter daher neben dem Abschluss als examinierter Altenpfleger auch einen Bacchelor in Pflege-Management mit. Dazu kommt viel praktische Erfahrung an verschiedenen stationären Einrichtungen der Altenhilfe: von 2006 bis 2013 als stellvertretende Pflegedienstleitung in Baiersdorf, von 2013 bis 2014 als Pflegedienstleitung und stellvertretende Hausleitung in Gernlinden und seit September 2014 als Einrichtungsleitung in Emmering (beide Orte bei Fürstenfeldbruck).
Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein betonte, dass sich der Träger freue, dass Enrique John die Aufgabe in Bubenreuth übernommen habe. 2. Bürgermeister Johannes Karl nannte es eine „gute Lösung“, dass die Leitung des Altenheims wieder durch eine volle Stelle wahrgenommen werde.
Gabriele Enning, die seit Anfang 2015 neben dem Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth in Neunkirchen am Brand auch das Haus in Bubenreuth geleitet hatte, war bereits beim Patronatsfest Anfang Oktober verabschiedet worden. Sie kann sich nun wieder ganz auf ihre ursprüngliche Aufgabe in Neunkirchen konzentrieren, die sie seit 2013 innehat.
Im Gottesdienst in der Hauskapelle, der die Einführung des Einrichtungsleiters eröffnete, hatte Weihbischof Herwig Gössl dazu aufgerufen, bei der Leitungsaufgabe an Jesus Maß zu nehmen, für den Leiten Hingabe gewesen sei.
In seiner Predigt kritisierte Gössl das „Zauberwort Transparenz“. Von Verantwortlichen werde stets verlangt, dass ihre Entscheidungen für alle nachvollziehbar und verständlich seien. Aber 100prozentige Transparenz könne es nicht geben. Denn jeder Mensch habe nicht nur ein Recht auf Privatsphäre, sondern könne auch sich selbst nie ganz durchschauen. „Nur was tot ist, ist ganz transparent. Man kann es sezieren“, sagte Gössl. „Wo Leben ist, bleibt ein Geheimnis.“
Vollkommene Transparenz gebe es nur vor Gott. Deshalb warne Jesus vor Heuchelei. Man solle so leben, dass man vor Gott nichts verstecken müsse. „Wenn ein Mensch so lebt, respektiert er auch die eigenen Grenzen“, betonte Gössl. „Deshalb brauchen wir Gott.“
