Zum Inhalt springen

Advent – Weihnachten – der Große Advent

Adventskalender
Datum:
Veröffentlicht: 4.12.22
Von:
Pfarrer Hubert
Der Adventskranz lädt mich zu einer ruhigen Besinnung ein. Er hat weder Anfang noch Ende.

Der Advent ist wohl die schönste Zeit des Jahres.
Überall begegnen wir seinem Symbol, dem Kranz: In den Auslagen der Kaufhäuser, auf Marktplätzen, in den Wohnzimmern der Familien und selbstverständlich in der Kirche. Er ist ja auch wirklich schön, der grüne Kranz mit den roten Lichtern, wie er zu meiner Kindheit aussah. Er schmückt die Wohnung und macht sie heimelig. Die Tannenzweige verbreiten im ganzen Zimmer einen süßen Duft. Und wenn es draußen dunkel wird, dann strahlen die Kerzen ein sanftes Licht, das von Sonntag zu Sonntag wächst und auf eine Erfüllung zugeht
Der Adventskranz lädt mich zu einer ruhigen Besinnung ein. Er hat weder Anfang noch Ende. Er erinnert mich an die fließende Zeit. In den Adventsliedern höre ich die Sehnsucht des klagenden Gottesvolkes nach dem Messias schreien. Propheten, wie Jesaja, haben in den dunklen Jahrhunderten der Geschichte Israels die Verheißung Gottes wach gehalten.

Wenn ich die Kerzen an meinem Adventsgesteck anzünde, dann lebt meine Hoffnung wieder auf, dass Gott auch der gegenwärtigen dunklen Zeit unserer Kirche sein Heil entgegensetzen werde. Und wenn die vierte Kerze brennt, dann spüre ich in meinem Herzen die Hoffnung: Gott wird auch in unser Not bald Heilung schicken. Das leuchtende Geschehen vor 2000 Jahren im Stall von Betlehem war der Anfang einer neuen Nähe Gottes in seinem Messias, unserem Heiland und Retter Jesus, dem Christus.

Ich hatte das Glück, von Kind an in einer gläubigen Familie Weihnachten feiern zu können. Die Geschenke waren klein, aber es war ein frohes Fest des lebendigen Glaubens an den Gott, der uns liebt. Wenn wir singen „Tauet Himmel den Gerechten“ dann klingt in mir stark das Alte Testament mit. Das Lied „Kündet allen in der Not ... bald wird kommen unser Gott“, weckt dagegen in mir die Hoffnung auf einen zweiten Advent. Christus, der in Betlehem in unmenschlicher Armut zur Welt kam, wird einmal in Herrlichkeit wiederkommen, um unsere unfertige Welt zur Vollendung zu bringen. Dann wird der ganze Kosmos in einer neuen Schöpfung das endgültige Reich Gottes sein. Auf diesen zweiten Advent freue ich mich beim Hören der Adventsbotschaft und Singen der kraftvollen Adventslieder.