25 Jahre Apostelkirche

„Dies Haus aus Stein, es soll lebendig sein!“
Die Kirche erhielt den Namen "Zu den Heiligen Aposteln": Der Glaube, den die Apostel verkündeten und bezeugten, soll in dieser Gemeinde, in ihren Lebensvollzügen und Gottesdiensten lebendige Gegenwart werden. Wir alle sind berufen und gesandt, der Liebe und Menschenfreundlichkeit Gottes durch uns Hand und Fuß und ein Gesicht zu geben.

Das 1973 ausgewiesene Neubaugebiet in Büchenbach-Nord stellte beide Konfessionen vor die Aufgabe, diesen rasant wachsenden Stadtteil mitzugestalten: Caritative und soziale Einrichtungen brauchte es für die Menschen, die sich dort ansiedelten. Gleichzeitig galt es, in neu zu gründenden Gemeinden, kirchliches Leben zu entwickeln und schließlich auch Fundamente aus Stein für eine lebendige Gemeinde zu legen.
So betraute das Seelsorgeamt der Erzdiözese Bamberg schon 1974 auf Veranlassung des damaligen Pfarrers von St. Xystus, Erhard Nüßlein, die Gemeindereferentin Ingrid Kiesewetter im Rahmen ihrer Tätigkeit in St. Xystus und dann im September 1977 Kunibert Wittwer als Kaplan mit dem Arbeitsschwerpunkt „Gemeindeaufbau Büchenbach-Nord“.
Die junge Gemeinde versammelte sich ab Dezember 1977 zunächst im Gymnastikraum der Lebenshilfe in der Kitzinger Straße und dann ab Ende 1981, als es dort zu eng wurde, in der Pausenhalle der Büchenbach-Nord-Schule.
Im Rahmen eines Architektenwettbewerbs "Büchenbacher Anlage" der Stadt Erlangen wurde die Gestaltung eines Zentrums für Büchenbach-Nord entwickelt, das neben den notwendigen Versorgungs- und Dienstleistungsbetrieben auch ein katholische und ein evangelische Kirche mit einplante.
Als dann schließlich eine „Kirche“, entstehen sollte und ein Hort für Kinder, deren Eltern berufstätig sein mussten, wurde entschieden, dass der Hort zuerst gebaut wurde, weil da drängende Probleme des neuen Stadtteils sichtbar wurden. Wofür denn sonst sollte sich Kirche einsetzen, als mit Kindern und ihren Eltern Lasten zu teilen und so Leben zu ermöglichen. Eine Kirche, die nicht dient, dient ja bekanntlich zu nichts.
Nach der Errichtung eines Kinderhortes in einem ersten Bauabschnitt entstand das Gemeindezentrum Apostelkirche in den Jahren 1986 bis 1988. Am 1. Adventssonntag, den 27. November 1988 wurde dann die Apostelkirche durch Weihbischof Werner Radspieler eingeweiht.
Die Kirche erhielt den Namen "Zu den Heiligen Aposteln": Der Glaube, den die Apostel verkündeten und bezeugten, soll in dieser Gemeinde, in ihren Lebensvollzügen und Gottesdiensten lebendige Gegenwart werden. Wir alle sind berufen und gesandt, der Liebe und Menschenfreundlichkeit Gottes durch uns Hand und Fuß und ein Gesicht zu geben.
In der Festschrift zur Weihe schreibt Kunibert Wittwer:
„Inmitten von Wohnungen und Geschäften, benachbart zu Kindergärten, Lebenshilfe und Schule, zu Gasthaus und Arztpraxen und evangelischer Kirche befindet sich das katholische Gemeindezentrum. Der Standort ist nicht zufällig, sondern ganz bewusst gewählt. Es soll dargestellt werden, dass die Kirche mitten in der Welt ist:Wo klein und groß sich begegnen; wo Leid hereinbricht und Menschen Feste feiern; wo Gemeinschaft gesucht wird und Einsamkeit ertragen werden muss; wo sich Menschen um die Zukunft der Welt sorgen und für menschenwürdiges Leben kämpfen; inmitten der ganzen Wirklichkeit hat die Kirche ihren Platz. Sie teilt das Leben mit allen; schöpft Hoffnung und Kraft aus dem Evangelium und aus dem gemeinsamen Gottesdienst und wirkt mit einer Welt, in der die Kinder fröhlich sind, wo den Notleidenden geholfen wird, wo die Trauernden Trost und die Altgewordenen Ruhe finden, wo das Reich des Friedens sichtbar wird."
Wie nun inmitten der Wirklichkeit die Kirche ihren Platz hat, so hat umgekehrt auch inmitten der Kirche Platz zu sein für die ganze Wirklichkeit. Das vielfältige Raumangebot des Gemeindezentrums und der Kirchenraum wollen dafür einen Platz schaffen, Leben und Glauben miteinander zu teilen: Jede und jeder soll hier einen Ort finden können, wo er sich mit seinen Freuden und Hoffnungen, wie auch mit seinen Sorgen und Nöten an- und ernstgenommen fühlt und in der Begegnung mit Gott und den Menschen seinen Weg findet und ganz wird.
Dazu wurde vor 25 Jahren unsere Apostelkirche errichtet und dazu will sie auch heute noch dienen.
Wir alle wissen auch, dass die schönste Kirche nichts nützt, wenn sie nicht mit Leben gefüllt wird, wenn es nicht Menschen gibt, die gerne dort zusammenkommen, um vor Gott ihr Leben und ihren Glauben zu teilen. Alle sind ja, wie es in 1. Petr 2,5 heißt, berufen, sich als lebendige Steine in das Haus Gottes einfügen zu lassen, so dass Kirche lebendig bleibt und glaubwürdig unseren Gott des Lebens zu bezeugen vermag.
So wünsche ich unserer Apostelkirche zu ihrem 25. Weihejubiläum mit den Worten eines neuen geistlichen Liedes:
Dies Haus aus Stein, es soll lebendig sein,
gebaut für uns, für jedes Kind, für alle die Gemeinde sind,
die glauben, dass mit Gottes Wort, Gerechtigkeit und Menschlichkeit beginnt an jedem Ort.
Dies Haus aus Stein, es soll ein Freiraum sein,
für Zweifelnde, für Träumende, für neue Wege Suchende.
Lasst sie nicht vor der Türe stehn, macht euch auf, lasst sie herein, gemeinsam wird es gehen.
So lasst uns gehen, legt Hand an, bleibt nicht stehn.
In diesem Haus aus festem Stein, die Welt soll voller Leben sein.
Zieht aus, vertraut auf Wort und Brot. In Lebensangst, in Traurigkeit, im Aufstand gegen den Tod.
