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1000-jähriges Jubiläum des Bamberger Domes

Datum:
Veröffentlicht: 8.6.12
Von:
Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Erzdiözese Bamberg

Der Veit-Stoß-Altar

Im südlichen Querschiff des Doms, geschmückt mit Kerzen und Blumen steht der Marienaltar von Veit Stoß. Diesen Platz erhielt er im Jahre 1937, als die Bamberger das 700-jährige Weihejubiläum der heutigen Kathedrale feierten, die nach dem Brand des Heinrichsdoms 1185 neu errichtet und 1237 eingeweiht wurde.

Zum 1000-jährigen Jubiläum des Bamberger Doms stellen wir in loser Folge bedeutende Orte im Dom vor.

Heute geht es um den Veit-Stoß-Altar.

Im südlichen Querschiff des Doms, geschmückt mit Kerzen und Blumen steht der Marienaltar von Veit Stoß. Diesen Platz erhielt er im Jahre 1937, als die Bamberger das 700-jährige Weihejubiläum der heutigen Kathedrale feierten, die nach dem Brand des Heinrichsdoms 1185 neu errichtet und 1237 eingeweiht wurde.

Zu diesem Anlass erhielt der Dom von der Oberen Pfarre (Unsere Liebe Frau) am Kaulberg einen kunsthistorisch bedeutsamen Schatz als Dauerleihgabe: Den Marienaltar von Veit Stoß, der seitdem im südlichen Querschiff steht.

Eigentlich war der Altar gar nicht für den Bamberger Dom bestimmt, sondern für die Kirche des Nürnberger Karmelitenklosters (heute St. Salvator). 1520 wurde Veit Stoß von seinem Sohn, Dr. Andreas Stoß, dem Prior des Klosters, beauftragt, den Hochaltar anzufertigen. Als der Künstler, einer der besten Bildschnitzer seiner Zeit, 1523 die Arbeit vollendet hatte, konnte das Kloster den Altar nicht vollständig bezahlen. Dennoch wurde er in der Karmelitenkirche aufgestellt.

Zwei Jahre später veränderten sich die religiösen Verhältnisse in Nürnberg durch die Reformation. Die Stadt wurde protestantisch und Andreas Stoß, der Wortführer des katholischen Glaubens, wurde als unerwünschte Person der Stadt verwiesen. Er kam nach Bamberg, wo er 1528 zum Prior des Karmelitenklosters wurde.

Der Altar hingegen blieb noch eine Weile in Nürnberg. Er unterstand nun dem Verfügungsrecht des Nürnberger Rates, der sich jedoch weigerte, die Restbezahlung an den Künstler zu entrichten. Veit Stoß starb 1533 und es begann ein langes Ringen um den Marienaltar, bis ihn der Bamberger Bischof Weigand von Redwitz 1543 erwarb und in der Oberen Pfarre aufstellen ließ.

Die Wirren dieser Zeit forderten ihren Tribut. Von dem Altar gingen, entweder bei der Überführung von Nürnberg nach Bamberg oder schon davor, die Außenreliefs der Seitenflügel verloren. Bis heute erhalten ist unter anderem das kunstvoll geschnitzte Relief des Mittelschreins. Es zeigt in fast lebensgroßen Figuren Maria und Josef, Engel und Hirten, die das Christuskind anbeten. Im Hintergrund ist, angedeutet durch Häuser und einer Befestigungsanlage, Bethlehem zu sehen. Die Martersäule in der Mitte der Darstellung weist voraus auf das zukünftige Leiden und den Kreuzestod Jesu.

Der Mittelschrein ist zu beiden Seiten von je zwei kleineren Reliefs flankiert. Drei von ihnen zeigen Szenen aus den biblischen Geschichten über Jesu Kindheit. Oben links ist die Flucht nach Ägypten zu sehen, darunter die Heiligen Drei Könige, die Jesus Gold, Weihrauch und Myrrhe als Geschenk bringen, und gegenüber die Heilige Familie beim Besuch des Hohenpriesters im Tempel. Die Szene oben rechts zeigt Marias Geburt, eine Geschichte die nicht in der Bibel, sondern in den apokryphen Evangelien erzählt wird.

Alle Reliefs sind aus Lindenholz geschnitzt. Veit Stoß überzog dieses helle, fast weiße Material nur mit einer honiggelben Lasierung, damit die Tiefenwirkung seiner Kunstwerke erhalten blieb. Nach Konservierungsarbeiten im 19. Jahrhundert, dunkelte der Altar jedoch nach und verlor so einen großen Teil seiner Plastizität. Selbst als der Altar 1933 in München umfassend restauriert wurde, konnte der ursprüngliche Zustand nicht mehr hergestellt werden.

Dennoch ist der Marienaltar für den Bamberger Dom und die Menschen, die ihn besuchen, von unschätzbarem Wert. Denn in künstlerischer Perfektion erzählt er von dem kaum zu begreifenden Wunder, dass Gott selbst in einem kleinen Kind Mensch geworden ist.

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