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1000-jähriges Jubiläum des Bamberger Domes

Datum:
Veröffentlicht: 24.5.12
Von:
Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Erzdiözese Bamberg

Das Chorgestühl im Ost- und Westchor

Aus dunklem Holz geschnitzt, reich verziert mit Ornamenten, Reliefs und Figuren flankiert das Chorgestühl im Westen des Bamberger Doms die Kathedra, den Bischofssitz. Diese ganz besonderen Reihen sind seit Jahrhunderten reserviert für das Domkapitel, also für diejenigen Geistlichen, die alle organisatorischen, baulichen und liturgischen Angelegenheiten rund um den Dom leiten. Bis heute versammeln sich die Domkapitulare bei Gottesdiensten oder zum Gebet um die Kathedra und nehmen ihre Plätze auf den 66 ausklappbaren Sitzbänken des Chorgestühls ein.

Zum 1000-jährigen Jubiläum des Bamberger Doms stellen wir in loser Folge bedeutende Orte im Dom vor.

Heute geht es um das Chorgestühl im Ost- und Westchor.

Aus dunklem Holz geschnitzt, reich verziert mit Ornamenten, Reliefs und Figuren flankiert das Chorgestühl im Westen des Bamberger Doms die Kathedra, den Bischofssitz. Diese ganz besonderen Reihen sind seit Jahrhunderten reserviert für das Domkapitel, also für diejenigen Geistlichen, die alle organisatorischen, baulichen und liturgischen Angelegenheiten rund um den Dom leiten. Bis heute versammeln sich die Domkapitulare bei Gottesdiensten oder zum Gebet um die Kathedra und nehmen ihre Plätze auf den 66 ausklappbaren Sitzbänken des Chorgestühls ein.

Dabei werden die Geistlichen umgeben von Apostel-, Heiligen- und Prophetenfiguren. Sie wurden Ende des 14. Jahrhunderts, als das Gestühl entstand, mit großer Kunstfertigkeit geschaffen. Der Meister, der hier am Werk war, stammte aus dem Umfeld der damals bedeutenden Prager Bildhauerfamilie Parler. Er arbeitete im gotischen Stil, was am deutlichsten durch die spitz zulaufenden Baldachine über den Sitzen zu erkennen ist. Aber auch die Darstellungen von Menschen in den Reliefs und den Figuren mit den meist überproportionalen Köpfen folgen dem Geschmack dieser Kunstepoche. Jede einzelne Figur hat einen Bezug zur Bibel oder zum christlichen Glauben. So werden zum Beispiel die Durchgänge zu den hinteren Sitzreihen gesäumt von König David mit einer Harfe, der Flöte spielenden Königin Saba oder von Samson, der mit einem Löwen kämpft. Die Buchablagen sind geschmückt mit Figuren, die Kardinaltugenden wie Klugheit, Stärke, Mäßigkeit und Gerechtigkeit darstellen. Und auch die Reliefs an den südlichen Abschlussseiten zeigen Ausschnitte biblischer Geschichten. Wegen all diesen künstlerischen Details zählt dieses Chorgestühl des Bamberger Doms zu den schönsten in Süddeutschland.

Genau gegenüber, im Ostchor, der sich hinter dem Kaisergrab erhebt, befindet sich ein weiteres Chorsgestühl, das fast ein Jahrhundert älter ist. Es entstand um 1300, wurde aber im Laufe der Zeit immer wieder verändert. Von seiner ursprünglichen Gestalt sind deshalb nur noch die Sitzbänke der hinteren Reihe und die Schnitzereien an den Ostseiten erhalten geblieben. Eine Seite zeigt Kaiserin Kunigunde, die andere Kaiser Heinrich II. Über den beiden Heiligen ist jeweils eine Szene dargestellt, die auf die Überwindung des Bösen hinweist.

Die restlichen Teile des Chorgestühls wurden Ende des 16. Jahrhunderts umgestaltet. In dieser Zeit war der Ostchor das liturgische Zentrum des Doms. Hier feierte man Gottesdienst und traf sich zum Chorgebet. Aus diesem Grund wurde das Chorgestühl damals so verändert, dass es dem damaligen Kunstgeschmack entsprach. 250 Jahre später konnte man jedoch diesem überbordenden Stil nichts mehr abgewinnen. Der mittelalterliche Zustand sollte wiederhergestellt werden. Mit dieser Aufgabe wurde der Nürnberger Architekt Alexander von Heideloff betraut, der dem Chorgestühl seine neugotische Gestalt gab.

Auch wenn sich das Domkapitel nun nicht mehr im Ostchor versammelt, wird dort auf besondere Weise Gott gepriesen. Denn hier haben die Sänger und Sängerinnen der Chöre, die die Gottesdienste im Dom immer wieder musikalisch begleiten, ihren Platz. So behielten der Ost- und Westchor über die Jahrhunderte hinweg ihre grundlegende Bestimmung. Sie sind Orte, an denen Gott gelobt und gerufen wird, Orte, an denen Gottesdienst gefeiert wird, Orte, an denen Menschen im Gebet Kraft finden für ihre Berufung, die Frohe Botschaft in die Welt zu tragen.

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